European Medical School sucht Lehrpraxen

Im Herbst startet der umstrittene Medizin-Studiengang an den Universitäten Oldenburg und Groningen. Benötigt werden dazu 60 bis 80 Lehrpraxen.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
Universität Oldenburg: Für den Bachelor-Studiengang Medizin werden Lehrpraxen gesucht.

Universität Oldenburg: Für den Bachelor-Studiengang Medizin werden Lehrpraxen gesucht.

© Carl von Ossietzky Universität

OLDENBURG. Die European Medical School Oldenburg Groningen (EMS) sucht Lehrpraxen. "Wir brauchen für unsere Studierenden etwa 60 bis 80 Praxen", sagt Hausarzt Dr. Wolfram Nagel aus dem Ostfriesischen Esens.

Im Oktober sollen die ersten 40 Medizinstudierenden an der EMS ihr Medizin-Studium in Oldenburg und Groningen beginnen. Damit startet im Nordwesten der deutschlandweit erste Bachelor-Master-Studiengang für Medizin.

Anforderungskatalog an Praxen

Derzeit entwickelt eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Universität Oldenburg, der KV Niedersachsen, des Hausärzteverbandes und der Hausärzteschaft einen Anforderungskatalog an die Praxen.

"Wir formulieren gerade die Bedingungen für die Praxen", erklärt Nagel, "mir sind klare wissenschaftliche Maßstäbe wichtig. Hausärzte sind eben keine Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Doktoren. Eine gute Hausarztpraxis braucht auch zum Beispiel eine gute technische Ausstattung."

Die Gruppe hat Kriterien wie Größe, Zusammensetzung der Patienten, Weiterbildungsermächtigung, spezielle Schulungen oder Qualitätszirkel für die Praxen erhoben.

Bereits 70 Praxen angemeldet

Zum 14. März haben die Initiatoren Hausarztpraxen zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen, sagt der Geschäftsführer der KV-Bezirksstelle Oldenburg, Helmut Scherbeitz. "In der ersten Woche nach der Einladung haben sich bereits 70 Praxen angemeldet", sagt Scherbeitz. "Unsere Kriterien können wir wohl erst anlegen, wenn wir mehr als 40 Praxen haben, die sich bereit erklären."

Auch auf die Studierenden kommt Einiges zu. Denn in den deutschen Praxen werden auch holländische Studenten arbeiten und umgekehrt. Nagel: "Da müssen die Studenten zweisprachig sein."

Die Ärztekammer Niedersachsen fehlt in dem Gremium. Nach wie vor kritisiert Niedersachsens Kammer-Präsidentin und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Dr. Martina Wenker, den neuen Studiengang.

Der wissenschaftliche Anspruch an das Medizinstudium sei mit einem Bachelor-Medizinstudium nicht vereinbar, so Wenker, obwohl die EMS den Master-Abschluss in Medizin bietet und in Oldenburg auch nur das Staatsexamen und nicht die Masterprüfung abgenommen werden wird.

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