Pflegereform

Familienzeit hat nicht nur Freunde

Gegen das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, über das der Bundestag am Donnerstag abschließend entscheidet, regt sich Protest in der Koalition.

Veröffentlicht:
Für die Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden sollen Arbeitnehmer freigestellt werden können.

Für die Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden sollen Arbeitnehmer freigestellt werden können.

© Creatas Images / Thinkstock

BERLIN. Einem Bericht der "Bild" zufolge sollen sich bei einer Probeabstimmung zur Familienpflegezeit in der Unionsfraktion 25 Abgeordnete gegen das Gesetz ausgesprochen haben, zehn weitere hätten sich enthalten.

Das Gesetz wurde im Familienministerium erarbeitet, das von der Sozialdemokratin Manuela Schwesig geführt wird. Die Koalition verfügt über 504 Stimmen, die Opposition über 127.

Unter Wirtschaftspolitikern gilt der Entwurf als wirtschaftsfeindlich. Menschen, die einen Angehörigen pflegen wollen, sollen damit bis zu zwei Jahre ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren können.

Dies soll für Unternehmen gelten, die mehr als 25 Mitarbeiter haben.

Ein früherer Entwurf des Gesetzes hatte vorgesehen, dass die Regelung schon in Betrieben mit 15 Mitarbeitern gelten sollte. Die Grenze haben SPD und Union in letzter Minute nach oben korrigiert.

"Klein- und Handwerksbetriebe sollen geschützt werden", sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt am Dienstag. Sie könnten den Ausfall von Mitarbeitern schwerer verkraften als größere Unternehmen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte den politischen Handel. Zwei Millionen Menschen hätten damit den Anspruch auf die Familienpflegezeit verloren, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch.

Insgesamt hätten sieben Millionen keinen Zugang zu dieser Leistung, weil sie in Kleinbetrieben beschäftigt seien. (af)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Lesetipps
Eine Krankenschwester misst die Temperatur einer älteren Frau mit einem berührungslosen Infrarot-Thermometer.

© amnaj - stock.adobe.com

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft