Krankenkassen

GEK: Bandscheibenvorfälle lückenlos behandeln

BERLIN (hom). Patienten, die an Bandscheibenvorfällen leiden, werden in Deutschland nicht ausreichend versorgt. Vor allem in den Bereichen Prävention und Nachsorge sind laut Gmünder Ersatzkasse (GEK) große Defizite zu beklagen.

Veröffentlicht:
GEK: Bandscheibenvorfälle lückenlos behandeln

© Foto: Martin Allinger www.fotolia.de

Nach dem am Montag in Berlin vorgestellten GEK-Bandscheiben-Report haben Patienten mit der ambulanten Diagnose Rückenschmerzen ein doppelt so hohes Risiko, im späteren Verlauf Bandscheibenschäden zu erleiden. Bei 65 Prozent der Patienten werde die Bandscheibenverlagerung im Lendenwirbelbereich zu einer Dauerdiagnose, ohne dass eine entsprechende Behandlung dokumentiert ist. Nur 22 Prozent der an der Bandscheibe operierten Patienten erhielten nach dem Aufenthalt im Krankenhaus eine Anschlussheilbehandlung oder eine aktivierende Reha-Maßnahme, heißt es in dem Bericht der Kasse.

GEK-Chef Dr. Rolf-Urlich Schlenker sagte, eine wesentliche Schlussfolgerung aus dem Bandscheiben-Report heiße "lückenlos behandeln". "Die andere lautet: Frühzeitig intervenieren." An der Diagnose und Therapie von Bandscheibenerkrankungen seien viele Akteure beteiligt: Haus- und Fachärzte, Kliniken, Reha-Zentren und Heilmittelverbringer. Aus diesem Grund sei die Gefahr groß, dass es an den Versorgungs-Schnittstellen zu Ineffizienzen komme. Betroffene Patienten müssten deshalb genau untersucht werden. "Es kann nicht sein, dass allein das Fingerspitzengefühl eines Arztes oder der Schmerzdruck des Patienten über eine mögliche Nachversorgung entscheiden", sagte Schlenker. Um Rückenschmerz-Patienten besser und wirtschaftlicher zu versorgen, biete die GEK Versicherten seit 2005 ein integriertes Versorgungsprogramm. Rund 2000 Haus- und Fachärzte seien daran beteiligt.

Mehr zum Thema

Report vorgelegt

Barmer warnt vor einem prekären Pflegenotstand

Ökonom Greiner

Innovationsfonds bietet Chancen, Sektorengrenzen zu überwinden

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Corona-Impfung in einer kommunal organisierten Impfstelle im thüringischen Jena. Die Ärztekammer in Thüringen dringt auf eine generelle Impfpflicht, auch die BÄK hält dies angesichts der aktuellen Lage für geboten.

© Martin Schutt / dpa

BÄK-Brief an Merkel und Scholz

Ärzte drängen auf allgemeine Corona-Impfpflicht

Auch in Deutschland sollen bald Corona-Impfungen der 5- bis 11-Jährigen möglich sein.

© SvenSimon / Frank Hoermann / picture alliance

Corona-Impfungen bei Unter-12-Jährigen

BVKJ-Chef Fischbach: „Kinder sollen jetzt den Blutzoll zahlen“

Mit Spritzen kennen sich die Zahnärzte auf jeden Fall gut aus.

© auremar / stock.adobe.com

Bereitschaft signalisiert

Zahnärzte wollen beim Impfen gegen COVID-19 unterstützen