Berufspolitik

Gastroskopie nur noch in Notfällen

KÖLN (iss). Die niedergelassenen Gastroenterologen in Nordrhein erbringen ab dem 1. April Gastroskopien nur noch in Notfällen.

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Anders sei der katastrophalen Honorarsituation bei diesen Leistungen nicht mehr zu begegnen, sagt der Mönchengladbacher Gastroenterologe Dr. Arno Theilmeier, Regionalbeauftragter Nordrhein des Berufsverbands der Niedergelassenen Gastroenterologen. "Das ist eine Maßnahme der Selbstverteidigung." Die Gastroskopie sei Teil des Regelleistungsvolumens der Fachgruppe von 34 Euro, sagt Theilmeier. Die Betriebskosten beliefen sich bei dieser Leistung auf 120 Euro, der aktuelle EBM sehe 82 Euro vor. "Für uns wäre es billiger, den Patienten 50 Euro in die Hand zu drücken, anstatt die Leistung zu erbringen."

Was den Gastroenterologen besonders ärgert: Hausärzte, die eine Genehmigung für die Gastroskopie haben, erhalten für die Leistung 82 Euro.

Bei einem Treffen hätten die nordrheinischen Gastroenterologen den einstimmigen Beschluss gefasst, die Leistung im zweiten Quartal nur noch in Notfällen zu erbringen. Um Notfälle handele es sich dann, wenn die Patienten unter Schluckstörungen oder Gewichtsabnahme leiden oder Hinweise auf eine Blutung vorliegen, erläutert er.

Bei Bedarf würden die anderen Patienten medikamentös versorgt oder an Kliniken für eine prästationäre Diagnostik verwiesen. Das könne die Kosten nach oben treiben.

Adressat des Protests sei die KBV, betont Theilmeier. "Unsere Regelleistungsvolumen wurden offensichtlich falsch berechnet." Die Entscheidung sei ihm und seinen Kollegen nicht leicht gefallen. "Die Gastroskopie ist eine Kernleistung unserer Fachgruppe, die wir jetzt herunterfahren müssen, damit wir nicht pleite gehen."

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