Glaeske fordert vierte Hürde für Arzneimittel

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BERLIN (ble). Der Bremer Arzneimittelexperte Professor Gerd Glaeske hat von der neuen schwarz-gelben Bundesregierung grundlegende Reformen in der GKV-Arzneimittelversorgung gefordert. Notwendig seien mehr Vertragswettbewerb und eine vierte Hürde für neue Arzneimittel.

"Wir haben derzeit 29 Regulierungsinstrumente, die sich teils widersprechen, zum Beispiel die Aut-idem-Regelung auf der einen und die Rabattverträge auf der anderen Seite", sagte er im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Als Schlüssel für eine tief greifende Deregulierung nannte Glaeske kassenspezifische Arzneimittellisten. Allerdings müssten Innovationen in diesen weiter ihren Platz finden. Mit den Arzneimittellisten ließen sich Instrumente wie Festbeträge, Aut-idem und Rabattverträge ablösen, sagte der Wissenschaftler. In einem solchen Modell würden auch die Arzneimittel-Richtgrößen für Ärzte an Bedeutung verlieren.

Neue Arzneimittel sollten nach dem Willen Glaeskes künftig nicht mehr ohne Preisverhandlungen mit den Kassen in die GKV gelangen. Nach Marktzulassung sollten zudem in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren eine Evaluation über den Nutzen und den angemessenen Preis erfolgen. Könne das Medikament in diesen Punkten nicht überzeugen, sollte es auf den Preis für vergleichbare Medikamente gesetzt werden. Glaeske sprach sich in diesem Zusammenhang für eine Stärkung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus. "Keineswegs darf das IQWiG personell oder inhaltlich geschwächt werden." Union und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag eine Überprüfung der Arbeit des IQWiG angekündigt.

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