Berufspolitik

Grausamer Bericht: Syrische Pfleger spritzen Patienten tot

Seit Monaten tobt in Syrien der Bürgerkrieg, immer neuer Bluttaten werden gemeldet. Jetzt berichtet ein desertierter Stabsarzt des Regimes, wie in Militärkliniken Patienten regelrecht hingerichtet werden.

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Leichenberge eines Massakers in Syrien: Auch in Militärkliniken werden offenbar Patienten getötet.

Leichenberge eines Massakers in Syrien: Auch in Militärkliniken werden offenbar Patienten getötet.

© Houla Media Center / epa / dpa

HAMBURG (eb). In Militärkrankenhäusern Syrien werden einem Medienbericht zufolge offenbar gezielt Verletzte getötet, die Rede ist sogar von "totgespritzt".

Diesen Vorwurf erhebt der desertierte syrische Oberst Abdalhamid Zakaria im Magazin "stern", das an diesem Donnerstag erscheint.

Er habe die Tötungen als Stabsarzt im Militärkrankenhaus von Aleppo mit eigenen Augen gesehen, sagte der Offizier. "In einer Nachtschicht sah ich fünf, die umgebracht wurden."

Sein Spezialgebiet sei Augenheilkunde, berichtete Zakaria im Interview mit dem "stern". Er habe etwa verletzte Demonstranten wegen unkomplizierten Hornhautablösungen behandelt. "Aber wenn ich am nächsten Tag nach ihnen sehen wollte, hieß es: Über Nacht verstorben."

Auch verletzte Soldaten und Mitglieder der regimetreuen Schabiha-Miliz seien im Militärhospital getötet worden, sagte der Oberst dem "stern". Das sei seinen Worten zufolge mit Kalzium-Injektionen (sic!) oder Überdosen Insulin geschehen.

Die Kämpfer seien ermordet worden, um zu verhindern, dass sie von Kriegsgräueln berichten, und um Geld für teure Behandlungen zu sparen.

Täter, so der Militärarzt, seien regimetreue Pfleger und Krankenschwestern gewesen, die der religiösen Minderheit der Alawiten angehören.

Widerstand hätte das Krankenhauspersonal aus Todesangst nicht gewagt. Oberst Abdalhamid Zakaria hatte im Juni bekannt gegeben, dass er zusammen mit seinen Brüdern in die Türkei desertierte. Seine Frau und seine Kinder sind ebenfalls in der Türkei.

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