Nach elf Wochen Streik

Grünes Licht für Entlastungstarifvertrag in NRW

Verdi-Tarifkommission billigt den Vertrag für die sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen mit großer Mehrheit.

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Düsseldorf. Der Umsetzung des Entlastungstarifvertrags an den sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen steht nichts mehr im Weg. Die zuständige Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hat dem Vertrag mit großer Mehrheit zugestimmt. Zuvor hatten die Verdi-Mitglieder in einer Urabstimmung mit 73,58 Prozent ihr Okay gegeben. Damit werden die zwischen der Gewerkschaft und den Klinikvorständen am 18. Juli ausgehandelten Eckpunkte die Grundlage für den neuen Tarifvertrag.

Insgesamt elf Wochen hatten die Klinikmitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Die Kernpunkte des nach zähen Verhandlungen ausgearbeiteten Eckpunktepapiers sind ein besserer Personalschlüssel für die patientennahen Berufsgruppen, die Messung der Belastung mit Ausgleich durch freie Tage oder Vergütung sowie zusätzliche freie Tage bei Unterschreiten der neuen Personalschlüssel.

Es regt sich auch Unmut

Bei den Belegschaften sei es nicht gut angekommen, dass durch den Widerstand der Arbeitgeber nicht alle Berufsgruppen in die Entlastungsregelungen einbezogen werden, berichtete Verdi-Gewerkschaftssekretär Jan von Hagen. „Dass elf Wochen Streik notwendig waren für einen Tarifvertrag, den die Klinikvorstände sich jetzt unter der Überschrift ‚beste Arbeitsbedingungen in deutschen Krankenhäusern‘ zu eigen machen, hat bei den Beschäftigten zusätzlich zu Unmut geführt.“

Der Entlastungstarifvertrag soll am 1. Januar 2023 in Kraft treten und stufenweise umgesetzt werden. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre. (iss)

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