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Deutschland

HPV-Impfung nur mäßig genutzt

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BERLIN. Seit Ende 2006 steht in Deutschland die Impfung gegen Humane Papillomaviren zur Verfügung; sie wird für Mädchen vor Eintritt in die Pubertät und inzwischen auch für Jungen empfohlen.

Der beste Impfschutz wird mit dreimaliger Impfung erreicht. Die Auswertung der Impfdaten im KV-Impfsurveillance des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, dass das Potenzial der Impfung bei weitem nicht ausgeschöpft ist.

Bis zum 13. Lebensjahr ist bei Mädchen lediglich zu 29,4 Prozent die HPV-Impfserie zumindest begonnen worden, nur 10,7 Prozent sind vollständig geimpft.

Generell erfolgt die Impfung zu spät: Bis zum 17. Lebensjahr steigen die Impfquoten auf 44,6 Prozent (vollständig geimpft) und 57,9 Prozent (Impfserie begonnen).

Empfohlen wird, dass Jugendliche vor Eintritt in das Alter sexueller Aktivität geimpft sein sollen. Auffällig sind regionale Unterschiede: Die Impfquoten liegen zwischen 57 Prozent in Sachsen-Anhalt und 22 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg.

133.000 Eierstockkrebs-Fälle bei Mädchen könnten verhindert werden

Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme der J1-Untersuchung und der Impfquote – und zwar in jedem Alter zwischen 12 und 16 Jahren. Je jünger die Mädchen sind, die die J1 wahrnehmen, desto wahrscheinlicher ist es, vollständig gegen HPV geimpft zu werden.

Den epidemiologischen Effekt der HPV-Impfung haben Gesundheitsökonomen der Universität Bielefeld abzuschätzen versucht. Sie erwarten, dass im Verlauf von 100 Jahren gut 308.000 Zervix-Karzinome sowie 295.000 weitere HPV-assoziierte Krebstypen auftreten.

Mit der Impfung von Mädchen können bei gegenwärtigem Impfstatus 133.000 Zervix-Ca-Fälle vermieden werden, durch einen Switch auf Gardasil 9 sind es weitere 30.000, und durch die Vakzinierung bei Jungen sinkt die Zahl noch einmal um 22.000.

In der Summe könnten 186.000 Fälle von Zervix-Karzinom vermieden werden. Nimmt man die anderen mit HPV-assoziierten Krebstypen hinzu, sind weitere 175.000 Krankheitsfälle vermeidbar. (HL)

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