Practica 2019

HZV boomt in Hessen – nach langem Vorlauf

Der hessische Hausärzteverband sieht großes Engagement von Kassen, neue Verträge abzuschließen. Das sei mittlerweile „fast schon erschreckend einfach“.

Veröffentlicht: 28.10.2019, 15:02 Uhr

Bad Orb. Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) in Hessen geht nach Darstellung von Armin Beck. 1. Vorsitzender des Hausärzteverbandes in Hessen, „gut voran.“

Es sei „fast schon erschreckend einfach“, mit den Kassen immer wieder neue Verträge abzuschließen, berichtete Beck beim berufspolitischen Oktoberfest des Hausärzteverbandes anlässlich der practica 2019 in Bad Orb. Während die Kassen bis 2015 noch überhaupt kein Interesse an der HZV signalisiert hatten, habe sich deren Einstellung im Hinblick auf neue Verträge komplett gewandelt. Beck: „Die Kassen lehnen nicht mehr ab, sondern laden uns hierzu nun sogar explizit ein.“

Die Bilanz ab 2015 bis heute (drittes Quartal 2019) sei daher bemerkenswert, so Beck. Inzwischen seien in Hessen 345.000 Patienten eingeschrieben. In jedem Quartal kämen 25.000 Versicherte neu hinzu. Von den landesweit insgesamt 3976 Hausärzten nehmen 1352 (34 Prozent) an der HZV teil. Insgesamt gebe es bereits 4300 Einzelverträge. Jeder eingeschriebene Hausarzt habe bislang damit im Schnitt mehr als drei Verträge abgeschlossen.

Für Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, sind Hessen und auch Westfalen-Lippe Paradebeispiele dafür, dass es mit der HZV gut vorangeht. Selbst in den neuen Ländern, in denen die HZV bisher eher abgelehnt worden ist, komme nun – wie etwa in Brandenburg – Bewegung. Weigeldt: „Wir sehen, dass sich auch hier etwas verändert.“

Deshalb werde man auch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln das Ansinnen der KBV verhindern, die HZV ins kollektivvertragliche System der KVen zu überführen. Weigeldt: „Die HZV kann es nur von und mit Hausärzten geben.“ Es sei absurd, dass nach den Vorstellungen von KVen auch grundversorgende Fachärzte in die Rolle koordinierender Hausärzte schlüpfen könnten. Armin Beck sieht darin vor allem monetäre Gründe. Dann wäre es nämlich auch für Fachärzte möglich, eigene freie Verträge „unter dem Deckmantel der Primärversorgung“ abschließen zu können. (ras)

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