Berufspolitik

Hamburger Krankenhausspiegel liegt in Scherben

HAMBURG (di). Schwerer Schlag für den bundesweit beachteten Hamburger Krankenhausspiegel. Die übrigen Träger ziehen sich nach einem Streit mit der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft zurück.

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Der Krankenhausspiel in Scherben - ein Streit über verschiedene Patientenmeinungen war der Aufhänger.

Der Krankenhausspiel in Scherben - ein Streit über verschiedene Patientenmeinungen war der Aufhänger.

© Alex Leighton / fotolia.com

Ärztekammer, Verbraucherzentrale, Patienten-Initiative, AOK, Barmer GEK und Techniker Kasse zogen mit ihrem Ausstieg den Schlussstrich unter einen Dissens über die künftige Ausrichtung des Hamburger Krankenhausspiegels, der Patienten wichtige Daten über die Behandlungsergebnisse in den Kliniken laienverständlich aufbereitet. Die Aussteiger wollten das Portal umfassender und transparenter gestalten. Dazu sollten die Meinungen von Patienten einfließen. Eine weitere Überlegung war, zu einem späteren Zeitpunkt auch Informationen über Arztpraxen, Alten- und Pflegeheime aufzunehmen.

Die Zusammenarbeit der Träger galt als gut, so lange die einzelnen Kliniken beteiligt waren. Zum Bruch war es gekommen, nachdem die Krankenhäuser ihre Stimmrechte auf eine Tochterfirma der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft übertragen hatten. Diese HKG Health Services GmbH will sich beim Krankenhausspiegel auch weiterhin ausschließlich auf Daten aus der externen Qualitätssicherung der Kliniken (EQS) stützen, um die Angaben nicht zu "verwässern". Die aus verschiedenen Kliniken vorliegenden Ergebnisse von Patientenbefragungen bleiben damit unberücksichtigt. Die Tochterfirma hält eine Vereinheitlichung und vergleichende Darstellung der eingesetzten Befragungsinstrumente und -methoden in den Kliniken ohne Mängel nicht für möglich.

Die aussteigenden Organisationen befürchten aber, dass die Tochterfirma eine andere Ausrichtung als ursprünglich geplant verfolgt. Diese Neuausrichtung stimme nicht mehr mit dem ursprünglichen Ziel eines neutralen Patienteninformationsportals überein, hieß es. "An einem Internetportal, das sich lediglich auf die Darstellung überwiegend unkritischer Qualitätsergebnisse von Hamburger Krankenhäusern beschränken soll, konnten und wollten sich die ausscheidenden Organisationen aber nicht beteiligen", teilten sie mit.

Die HKG dagegen hält die Neutralität der präsentierten Daten für "unzweifelhaft", sie will den Krankenhausspiegel weiterführen und auf weitere Leistungsbereiche ausbauen. Die Aussteiger informieren Patienten und Angehörigen künftig getrennt, ein neues einheitliches Projekt ist nicht geplant.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Dem Leuchtturm geht das Licht aus

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