Berufspolitik

Hausärzteverbände in Niedersachsen rüsten zum Streit

In Niedersachsen sind die Hausärzteverbände mit Add-on-Verträgen bisher ganz gut gefahren. Angesichts der Koalitionspläne kippt die bislang friedliche Stimmung.

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HANNOVER (cben). Beim Protest gegen Röslers Pläne zur hausarztzentrierten Versorgung (HzV) setzen die beiden Hausärzteverbände in Niedersachsen "auf die Häuptlinge", wie Dr. Carsten Gieseking sagte, Chef des Hausärzteverbandes Braunschweig.

"Wir haben uns in Niedersachsen bislang nicht an den zum Teil recht aggressiven Aktionen unseres Bundesverbandes beteiligt, stehen aber in der Sache ganz nah bei unseren Kollegen", so Gieseking in einem Brief an die Landtagsabgeordneten, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Anders als in anderen Bundesländern haben AOK und LKK mit der Bietergemeinschaft aus KV Niedersachsen und den beiden Niedersächsischen Landesverbänden einen Add-on-Vertrag nach Paragraf 73b SGB V geschlossen. "Deshalb geht es uns jetzt nicht so schlecht", sagte Gieseking. Allerdings haben die Berliner Pläne zur HzV den Hausärzten im Nordwesten auch den Vertrag mit dem Ersatzkassenverband im Land gekostet. "Als die Absicht der Honorarsenkung beim HzV bekannt wurde, hat der Ersatzkassenverband die schon weit gediehenen Verhandlungen zu einem Add-on-Vertrag abgebrochen", bedauert Gieseking.

Er wirbt in dem Schreiben für ein Primärarztsystem mit Hausärzten im Zentrum, die hausärztliche Betreuung von alten und dementen Patienten und verweist auf weniger Klinikeinweisungen durch die HzV. Es könne nicht sein, dass "Kassen, die dauerhaft und rechtsbeugend Hausarztverträge verweigern, jetzt von der Politik belohnt werden".

Man wolle aber nicht mithilfe der Patienten protestieren. "Jetzt sind die Häuptlinge dran, mit den Entscheidungsträgern zu sprechen", so Gieseking: "Verhindern Sie auf politischem Wege diesen Irrweg, wir würden uns, Ihnen und unseren Patienten gern großangelegte Aktionen ersparen."

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