KV Hamburg

Hausarzt rückt in die Führung auf

Dr. Stephan Hofmeister bildet ab Januar mit Walter Plassmann die Spitze der KV Hamburg. 24 von 26 Delegierten votierten für ihn. Hofmeister kündigte einen auf Interessenausgleich bedachten Stil an.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Wurde mit großem Vertrauensvorschuss in den Vorstand gewählt: Dr. Stephan Hofmeister.

Wurde mit großem Vertrauensvorschuss in den Vorstand gewählt: Dr. Stephan Hofmeister.

© Dirk Schnack

HAMBURG. Dr. Stephan Hofmeister wird neues KV-Vorstandsmitglied in Hamburg. Hofmeister wird ab 16. Januar 2014 Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Dieter Bollmann und mit Walter Plassmann das neue Führungsduo in der Hansestadt bilden.

Die KV Vertreterversammlung schickte Hofmeister, Jahrgang 1965, in geheimer Wahl mit einem Vertrauensvorschuss in das neue Amt.

Mitkandidat Stefan Hofmann, der aus seiner Tätigkeit in der KV-Bezirksstelle Braunschweig umfangreiche Verwaltungserfahrung in die Waagschale werfen konnte, erhielt nur zwei Stimmen, Hofmeister 24.

Der aus Tübingen stammende Hofmeister ist seit 14 Jahren als Hausarzt in der Hansestadt niedergelassen. Seine Praxis mit derzeit drei angestellten Ärzten wird er verkaufen, um die hauptamtliche Vorstandstätigkeit beginnen zu können.

Einige Reibungspunkte mit Hausärzteverband

Hofmeister ist derzeit noch stellvertretender Vorsitzender der KV-Vertreterversammlung. Er gehört den verbandsfreien Hausärzten in Hamburg an, die einige Reibungspunkte mit dem Hausärzteverband aufweisen.

Dass er dennoch mit einem so deutlichen Ergebnis gewählt wurde, gilt als Überraschung. Hofmeister wird sich im KV-Vorstand um Sicherstellung, Personal, Recht und Qualitätssicherung kümmern.

Als Reserveoffizier in Führungs- und Organisationsfragen qualifiziert, hat Hofmeister seit geraumer Zeit Ambitionen auf höhere Ämter in der Selbstverwaltung signalisiert. Im vergangenen Jahr unterlag er bei der Wahl um den KBV-Vorstand nur knapp gegen Regina Feldmann.

Hofmeister steht nach eigener Einschätzung für eine auf Interessenausgleich bedachte Arbeit.

Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" kündigte Hofmeister an, dass er sich als Vorstandsmitglied nicht einzelnen, sondern allen Berufsgruppen verpflichtet fühle. "Ich arbeite gern sachorientiert, weniger klientelorientiert."

Für sechs Jahre gewählt

Hofmeister ist für sechs Jahre gewählt. Sein Vorgänger Dieter Bollmann ist Volkswirt und bildete zusammen mit Walter Plassmann ein eingespieltes Team an der KV-Spitze, das zuletzt in Berlin oft konträre Standpunkte zur KBV vertrat.

Diese Linie ist auch mit Hofmeister zu erwarten. Vor Kurzem hatte Jurist Plassmann wie berichtet den Vorstandsvorsitz übernommen, um einen gleitenden Übergang an der KV-Spitze zu ermöglichen. Plassmann wurde 2010 als Vorstandsmitglied bestätigt.

Mehr zum Thema

Approbationsordnung

Bayerns Ärzte fordern einheitliche Zwischenprüfung

Virchowbund

Kaspar-Roos-Medaille für Lundershausen

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Impetigo bei einem fünf Jahre alten Kind.

© FotoHelin / stock.adobe.com

practica 2021

Bei Impetigo contagiosa ist Abstrich meist überflüssig

Gut ausgebildete Medizinische Fachangestellte werden immer häufiger aus den Praxen abgeworben, beklagt Virchowbund-Vorsitzender Dr. Dirk Heinrich. In der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie systemrelevant MFA sind.

© Virchowbund

MFA häufig abgeworben

Virchowbund-Chef: „Ein Arzt alleine ist noch keine Praxis!“

Will beim 125. Deutschen Ärztetag Vizepräsident der Bundesärztekammer werden: Dr. Günther Matheis, Thoraxchirurg und Kammerchef Rheinland-Pfalz.

© Ines Engelmohr

Exklusiv Dr. Günther Matheis im Interview

„Hedgefonds werden auch im KV-System zu einem Problem“