Hebammen und Logopäden wollen an die Universitäten

BERLIN (ble). Die Forderung der Bundesländer nach einer Akademisierung der Ausbildung von nicht-ärztlichen Medizinberufen ist bei einer Anhörung im Bundestag auf ein unterschiedliches Echo gestoßen.

Veröffentlicht:

Nach einer Initiative der Länderkammer sollen Hebammen, Logopäden sowie Physio- oder Ergotherapeuten künftig nicht nur an Fachschulen, sondern auch an Hochschulen ausgebildet werden können. Der Deutsche Bundesverband für Logopädie (DBL) bezeichnete das Gesetzesvorhaben als einen "deutlichen und begrüßenswerten Schritt in die richtige Richtung", dem weitere folgen müssten. International sei eine akademische Ausbildung in diesen Berufen bereits Realität. Die Arbeitsgemeinschaft Medizinfachberufe bezeichnete die Pläne als "überfällig". Auch der Deutsche Pflegerat betonte, er stehe zur "Aufwertung der Berufsausbildung".

Skeptisch äußerte sich hingegen der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen. Es sei ein Trugschluss anzunehmen, dass eine Verbesserung der Ausbildung ausschließlich durch eine Akademisierung zu erreichen sei. Vielmehr sei dies auch durch eine Verbesserung der Fachschulausbildung möglich.

Die GKV befürchtet, dass bei einer Hochschulausbildung der Praxisaspekt nicht ausreichend berücksichtigt wird. Kritik kam auch von der Deutschen Krankenhausgesellschaft: Eine weitere Akademisierung nichtärztlicher Gesundheitsberufe sei "nicht zwingend notwendig". Auf die Gefahr der Abwertung nichtakademischer Abschlüsse verwies die Gewerkschaft Verdi.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Frauenärztin und Aufklärerin auf Instagram

Dr. Annika Schauer: Gynfluencerin und Wies’n-Kellnerin

Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt