Berufspolitik

Höchststand - doch Kammer warnt vor Ärztemangel

HANNOVER (cben). Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) befürchtet mittelfristig einen Ärztemangel für Niedersachsen. Die Altersstruktur der Ärzteschaft in Niedersachsen gebe Anlass zur Sorge, so die ÄKN.

Veröffentlicht: 20.10.2008, 05:00 Uhr

Zwar hat die Kammer zum Stichtag 30. September mit 34 007 Mitgliedern einen neuen Höchstwert ermittelt. Aber man erwarte, "dass in den kommenden zwölf Jahren mehr als 4200 Ärzte in den Ruhestand gehen werden. Die Zahl neuer Absolventen wird kaum die Abgänge kompensieren können. Zugleich wird der Bedarf an gut aus- und weitergebildeten Medizinern steigen, unter anderem, weil der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft wächst", erklärte Kammerpräsidentin Dr. Martina Wenker in Hannover.

Die aktuelle Ärztestatistik weist für Niedersachsen 13 284 Ärztinnen und 20 723 Ärzte aus. Von den insgesamt 34 007 Ärzten sind 6933 ohne ärztliche Tätigkeit - in der Regel sind sie im Ruhestand. Nach einer differenzierten Betrachtung der Zahlen werden "im Jahr 2020 rund 1000 Hausärzte in Niedersachsen fehlen, wenn die Ausbildungszahlen nicht gesteigert werden", erklärte Wenker.

Auffällig in der jüngsten Ärztestatistik ist der steigende Anteil der Ärztinnen, die heute 39,1 Prozent der niedersächsischen Ärzteschaft ausmachen. Vor zehn Jahren betrug der Anteil weiblicher Mitglieder in der Ärztekammer noch 35,1 Prozent.

Eine Männerdomäne sei nach wie vor die Innere Medizin, hieß es: Mit 3386 Ärzten sind hier noch fast doppelt so viele Männer tätig wie Frauen. In etwa ausgeglichen ist der Frauen- und Männeranteil in der psychotherapeutischen Medizin, in der Kinderheilkunde und in der Gynäkologie.

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