Hoppe: Maßstab für Ärztehonorare ist die GOÄ

Eine einheitliche Gebührenordnung kann sich der BÄK-Chef nur auf PKVNiveau vorstellen.

Veröffentlicht:

BERLIN (ble). Die Bundesärztekammer (BÄK) hat im Grundsatz keine Einwände gegen die Forderung von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nach einer gemeinsamen Gebührenordnung für GKV und PKV. Referenz für eine solche einheitliche Tabelle müsse aber die für die private Krankenversicherung maßgebliche Gebührenordnung für Ärzte sein, sagte der Präsident der BÄK, Professor Jörg-Dietrich Hoppe, der "Ärzte Zeitung" am Mittwoch in Berlin. Wenn es Schmidt darum gehe, den von den Ärzten in der GKV geleisteten "Sozialrabatt" auch auf die PKV auszudehnen, werde man nicht mitmachen.

Schmidt macht eine Novelle der seit Jahren nicht mehr angepassten Gebührenordnung für Ärzte von einem Einstieg in Verhandlungen über eine einheitliche Vergütungstabelle für GKV und PKV abhängig. Die Honorare müssten sich nach dem Aufwand einer ärztlichen Leistung orientieren und nicht mehr am Versichertenstatus. Über Mengen, Qualität und Preis müsse dann verhandelt werden. "Das würde zu mehr Gerechtigkeit führen", sagte Schmidt am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Auch die GKV sei bereit, Steigerungssätze zu vereinbaren, wenn dies mit zusätzlicher Qualität verbunden sei.

Hoppe verteidigte seine Forderung nach einer Priorisierung von Leistungen in der GKV. Seit Jahrzehnten verharre der Anteil der Gesundheitsversorgung in der GKV bei rund sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Wegen dieser finanziellen Limitierung könne es aber nicht mehr zeitgleich "Alles für Alle" geben. Bereits heute träfen Ärzte Priorisierungsentscheidungen. Als Beispiel nannte Hoppe die Terminvergabe über das Quartalsende hinaus, weil das Praxisbudget erschöpft ist. Auch der Fahrplan für die Impfung gegen die Schweinegrippe, der zuerst die Impfung von Schwangeren und jungen Menschen vorsehe, sei eine Form der Priorisierung.

Lesen Sie dazu auch: Schmidt will Privathonorar nivellieren

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ein Eigentor der Ärzte

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Debatte um Primärversorgung

HzV in Baden-Württemberg: Dort regiert die ganz große Koalition

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Versteckte Zucker

Wie Fruktose den Nieren schadet

Lesetipps
Urinprobe für Harnsäuretests im Labor zur Feststellung von Anomalien im Urin.

© kittisak / stock.adobe.com

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko