Berufspolitik

Hoppenthaller heizt Verbandsspitze ein

Der ehemalige bayerische Hausärzteverbands-Chef Dr. Wolfgang Hoppenthaller greift seinen Nachfolger Dr. Dieter Geis massiv an - in einem Brief an alle Verbandsmitglieder. Sein Vorwurf: Geis gefährde die Existenz des Verbandes und vieler Praxen. Nun trommelt Hoppenthaller für eine Vollversammlung.

Veröffentlicht: 19.10.2011, 14:36 Uhr
Hoppenthaller heizt Verbandsspitze ein

Dr. Wolfgang Hoppenthaller: "So kann es nicht weitergehen."

© dpa

MÜNCHEN (sto). Dr. Wolfgang Hoppenthaller, langjähriger Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), hat seinen Nachfolger massiv attackiert.

Er könne nicht tatenlos zusehen, "wie durch Deine Vertragspolitik die Existenz des Verbandes und gleichzeitig die vieler Hausarztpraxen gefährdet wird", schreibt Hoppenthaller an den amtierenden BHÄV-Vorsitzenden Dr. Dieter Geis. "So kann es nicht weitergehen", sagte Hoppenthaller der "Ärzte Zeitung".

Schreiben an alle Hausärzte in Bayern

In seinem Schreiben vom 18. Oktober, das auch an alle Hausärzte in Bayern ging, fordert Hoppenthaller als Ehrenvorsitzender des BHÄV die Einberufung einer Mitgliedervollversammlung in Nürnberg.

Dafür ist nach der Satzung ein Quorum von zehn Prozent der Verbandsmitglieder erforderlich. Konkret kritisiert Hoppenthaller die Vertragspolitik von Geis. Der Hausarztvertrag mit der Techniker Kasse sei geschlossen worden, ohne die Ressourcen und die Expertise der KV Bayerns (KVB) zu nutzen.

Entsetzt über den Fallwert

Erst nach Abschluss und Veröffentlichung des TK-Vertrages habe er mit "Entsetzen" festgestellt, dass der Fallwert tatsächlich um etwa 20 Euro niedriger liegt als angegeben.

Der durchschnittliche Fallwert des TK-Vertrages liege gerade einmal vier Euro über dem KVB-Fallwert für die TK von 60,07 Euro, so Hoppenthaller.

Hoppenthaller: Niederschmetternde Honoraranlage

Noch schlimmer sei die jüngste Einigung mit den Betriebskrankenkassen. Das Ergebnis der Überprüfung der Honoraranlage sei "niederschmetternd", schreibt Hoppenthaller: Bei einigen BKKen liege der Fallwert um mehr als zehn Prozent unter dem BKK-Fallwert bei der KVB.

Vielen Kollegen drohe daher sechs Monate später ein "böses Erwachen".

Mitgliederversammlung nötig, um "Schaden vom Verband abzuwenden"

"Um Schaden vom Verband abzuwenden", so Hoppenthaller, müsse eine Mitgliederversammlung darüber entscheiden, unter welchen Bedingungen künftig Verträge geschlossen werden sollen und welche Bedingungen unakzeptabel sind.

Die Vollversammlung müsse vor den Schiedsgerichtsverhandlungen mit der AOK stattfinden, so Hoppenthaller.

Mehr zum Thema

Corona-Pandemie

FDP setzt Koalition wegen Taiwan unter Druck

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden