Direkt zum Inhaltsbereich

Hoppenthaller heizt Verbandsspitze ein

Der ehemalige bayerische Hausärzteverbands-Chef Dr. Wolfgang Hoppenthaller greift seinen Nachfolger Dr. Dieter Geis massiv an - in einem Brief an alle Verbandsmitglieder. Sein Vorwurf: Geis gefährde die Existenz des Verbandes und vieler Praxen. Nun trommelt Hoppenthaller für eine Vollversammlung.

Veröffentlicht:
Dr. Wolfgang Hoppenthaller: "So kann es nicht weitergehen."

Dr. Wolfgang Hoppenthaller: "So kann es nicht weitergehen."

© dpa

MÜNCHEN (sto). Dr. Wolfgang Hoppenthaller, langjähriger Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), hat seinen Nachfolger massiv attackiert.

Er könne nicht tatenlos zusehen, "wie durch Deine Vertragspolitik die Existenz des Verbandes und gleichzeitig die vieler Hausarztpraxen gefährdet wird", schreibt Hoppenthaller an den amtierenden BHÄV-Vorsitzenden Dr. Dieter Geis. "So kann es nicht weitergehen", sagte Hoppenthaller der "Ärzte Zeitung".

Schreiben an alle Hausärzte in Bayern

In seinem Schreiben vom 18. Oktober, das auch an alle Hausärzte in Bayern ging, fordert Hoppenthaller als Ehrenvorsitzender des BHÄV die Einberufung einer Mitgliedervollversammlung in Nürnberg.

Dafür ist nach der Satzung ein Quorum von zehn Prozent der Verbandsmitglieder erforderlich. Konkret kritisiert Hoppenthaller die Vertragspolitik von Geis. Der Hausarztvertrag mit der Techniker Kasse sei geschlossen worden, ohne die Ressourcen und die Expertise der KV Bayerns (KVB) zu nutzen.

Entsetzt über den Fallwert

Erst nach Abschluss und Veröffentlichung des TK-Vertrages habe er mit "Entsetzen" festgestellt, dass der Fallwert tatsächlich um etwa 20 Euro niedriger liegt als angegeben.

Der durchschnittliche Fallwert des TK-Vertrages liege gerade einmal vier Euro über dem KVB-Fallwert für die TK von 60,07 Euro, so Hoppenthaller.

Hoppenthaller: Niederschmetternde Honoraranlage

Noch schlimmer sei die jüngste Einigung mit den Betriebskrankenkassen. Das Ergebnis der Überprüfung der Honoraranlage sei "niederschmetternd", schreibt Hoppenthaller: Bei einigen BKKen liege der Fallwert um mehr als zehn Prozent unter dem BKK-Fallwert bei der KVB.

Vielen Kollegen drohe daher sechs Monate später ein "böses Erwachen".

Mitgliederversammlung nötig, um "Schaden vom Verband abzuwenden"

"Um Schaden vom Verband abzuwenden", so Hoppenthaller, müsse eine Mitgliederversammlung darüber entscheiden, unter welchen Bedingungen künftig Verträge geschlossen werden sollen und welche Bedingungen unakzeptabel sind.

Die Vollversammlung müsse vor den Schiedsgerichtsverhandlungen mit der AOK stattfinden, so Hoppenthaller.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö†

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Lesetipps
Group of people over vintage colors background smiling with hands on chest with closed eyes and grateful gesture on face. Health concept.

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Schematische Darstellung der Lunge mit Bakterienbesiedlung.

© Working Moments / stock.adobe.com

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen