Berufspolitik

Internistentag startet den politischen Herbst

Das Versorgungsgesetz, der ärztliche Nachwuchs und die Kosten-Nutzen-Bewertung für medizinische Leistungen stehen im Mittelpunkt des vierten Deutschen Internistentages Ende September in Berlin.

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BERLIN (HL). Nahezu zeitgleich zum Start der parlamentarischen Beratungen des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes wird sich der 4. Deutsche Internistentag vom 22. bis 24. September in Berlin mit den vor allem für niedergelassene Ärzte zentralen Reformen für die Bedarfsplanung, die Nachwuchsförderung und die ärztliche Vergütung befassen. Rechtzeitig - solange in den parlamentarischen Gremien noch Gestaltungsmöglichkeiten bestehen - will der Berufsverband Deutscher Internisten seine Anliegen einbringen.

Nachdrücklich wird der Verband dafür plädieren, wie BDI-Hauptgeschäftsführer Tilo Radau im Gespräch mit der Ärzte Zeitung sagte, dass bei einem Mehrbedarf an Praxen - etwa in ländlichen Regionen - tatsächlich auch eine Aufstockung der vertragsärztlichen Gesamtvergütung erfolgt.

Ein zentrales Anliegen des Verbandes ist es, dass hausärztlich tätige Internisten in ihrem Tätigkeitsspektrum nicht beschränkt werden. Grundsätzlich müsse ein Internist das gesamte Leistungsspektrum, das er in seiner Weiterbildung erlernt hat, auch in der hausärztlichen Versorgung erbringen und abrechnen können. Dazu gehöre dann beispielsweis auch die Gastroskopie, die normalerweise nicht zu den hausärztlichen Leistungen zählt.

Mit Skepsis betrachtet der Berufsverband die Ausgestaltung des neu zu schaffenden ambulanten spezialärztlichen Sektors. Kritikpunkte sind die Übermacht des Gemeinsamen Bundesausschusses bei der Definition der Qualitäts- und Qualifikationsforderungen und die Abrechnung der Leistungen direkt mit den Krankenkassen und jenseits der KVen.

Verstärkt richtet sich der 4. Internistentag auch an den ärztlichen Nachwuchs: die internistischen Weiterbildungsassistenten. Ein eigener Programmteil wird sich der Weiterbildung und ihrer besseren Organisation in den Krankenhäusern widmen. Für Ärzte in Weiterbildung ist die Teilnahme am Internistentag kostenlos.

Zunehmende Konflikte sieht der Internistenverband zwischen begrenzten Finanzmitteln, steigender Morbidität und wachsenden Behandlungsmöglichkeiten aufgrund des medizinischen Fortschritts. Gegenwärtig ignoriere die Politik diesen Konflikt und glaube noch, ihm durch Erschließung von Rationalisierungsreserven ausweichen zu können.

Es werde aber notwendig sein, über die Bewertung des Nutzens neuer Arzneimittel hinaus medizinische Leistungen auf den Prüfstand zu stellen. Dabei müsse ökonomischer und ärztlicher Sachverstand zusammengeführt werden, so Radau.

4. Deutscher Internistentag, 22. bis 24. September 2011 in Berlin; weitere Informationen unter www.internistentag.de

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