Berufspolitik

Jugendliche trinken häufiger bis zum Umfallen

BERLIN (ble). Die Bundesregierung beobachtet einen starken Anstieg beim exzessiven Konsum von Alkohol durch Jugendliche. Das geht aus dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht hervor, den die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, gestern vorstellte.

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Danach ging zwar der gelegentliche Konsum von Alkohol bei Schülern im Vergleich zu 2003 zurück. Allerdings stieg die Konsummenge stark an. Während die 12- bis 17-Jährigen 2005 noch 34 Gramm reinen Alkohols pro Woche zu sich nahmen, waren es im vergangenen Jahr bereits 50 Gramm. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 20 Jahren stieg von 2000 bis 2006 um mehr als das Doppelte an.

Insgesamt konsumieren laut Bätzing (SPD) 9,5 Millionen Deutsche Alkohol in riskanter Weise, 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig. Jeder dritte Bundesbürger raucht. 1,4 Millionen Menschen sind medikamentenabhängig, 600 000 überwiegend junge Deutsche missbrauchen Cannabis oder sind bereits abhängig. 200 000 Menschen konsumieren Opiate, Kokain, Amphetamine und Halluzinogene.

Angesichts der Zahlen mahnte Bätzing weitere Anstrengungen im Kampf gegen Tabak, Alkohol und Drogen an. Eine positive Entwicklung verzeichnete sie bei der Zahl jugendlicher Raucher. Hier ging der Anteil von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 18 Prozent im vergangenen Jahr zurück. "Das ist ein großer Erfolg für die Tabakpolitik in Deutschland", so Bätzing. Um diese Quote weiter zu senken, arbeite die Bundesregierung an einem nationalen Aktionsprogramm zur Tabakprävention.

Eine Trendwende gab es hingegen bei der Zahl der Drogentoten. Starben 2006 noch 1296 Menschen durch den Konsum von Drogen, waren es im vergangenen Jahr 1394 Menschen.

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