Berufspolitik

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KV Hamburg will zusätzliches Geld für Hausbesuche

Von einer Finanzierung höherer Hausbesuchs-Honorare durch Umverteilung hält die Stadtstaat-KV nichts.

HAMBURG (di). Als Mogelpackung empfinden die Hamburger KV-Spitze und der Hausärzteverband den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Honorarerhöhung für Hausbesuche. Sie wollen zusätzliches Geld von den Kassen einfordern.

Grund für die Verstimmung in der Hansestadt ist die Regelung, wonach das verbesserte Honorar für Hausbesuche aus dem Topf der Hausärzte kommen soll. Die KV Hamburg hält dies wegen der ohnehin knappen Mittel nicht für umsetzbar.

"So können wir den Beschluss nicht umsetzen, denn dann hätten wir noch nicht einmal mehr ausreichend Geld, um die Grundversorgung zu finanzieren", sagte Hamburgs KV-Chef Dieter Bollmann. Er kündigte an, die zusätzlich erforderlichen Mittel bei den Krankenkassen einzufordern.

Ob die Forderung Erfolg hat, ist fraglich - schon seit Jahren verlangt die KV eine Verbesserung der Honorierung für die Hausbesuchstätigkeit eines Hausarztes.

Nach ihren Angaben beträgt das derzeit maximal mögliche Honorar 15,40 Euro für den Besuch eines Patienten in dessen Wohnung oder im Pflegeheim. Eine Ausnahme sind Besuche von Patienten der AOK, für die im Rahmen des Add-on-Vertrages zwischen KV und AOK 30 Euro pro Besuch gezahlt werden.

Die Neuregelung des Bewertungsausschusses sieht ab April 21 Euro pro Hausbesuch vor. Die Finanzierung soll aus der allgemeinen Behandlungspauschale erfolgen. "Das ist das System ‚rechte Tasche - linke Tasche‘", kritisierte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der Hamburger Vertreterversammlung, den Beschluss.

Der Hausärzteverband in Hamburg übte ebenfalls Kritik. "Es ist keine Leistung, die Hausärzte zu bezahlen haben", stellte Frank Stüven aus dem Vorstand des Landesverbandes klar. Hausbesuche seien so arbeitsintensiv, dass sie auch für 30 Euro nicht kostendeckend erbracht werden können.

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