Berufspolitik

KV-SH: Mitgliedschaft in der KBV-VV soll ehrenamtlich sein

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BAD SEGEBERG (di). Die KV Schleswig-Holstein fordert mehr Gewicht für das Ehrenamt auf Bundesebene. Die Vertreterversammlung der KBV sollte nur noch aus ehrenamtlich tätigen Vertragsärzten bestehen.

"Seit Inkrafttreten des GMG im Jahre 2004 hat die Akzeptanz der KBV-Politik bei den Betroffenen stetig abgenommen", heißt es einer Resolution der KV-Abgeordnetenversammlung zur Begründung.

Sie fordert die Mitglieder der KBV-Vertreterversammlung und den KBV-Vorstand auf, die seit Jahren diskutierte bessere Einbindung des Ehrenamtes in die KBV-Arbeit zügig umzusetzen.

Hintergrund ist die Besetzung der hauptamtlichen Landes-KV-Vorstände mit Mitgliedern, die nicht mehr ärztlich tätig oder keine Ärzte sind. In der Vertreterversammlung der KBV stellt diese Gruppe die Mehrheit. Damit sei die personelle Trennung zwischen exekutiver Tätigkeit und Legislative und Kontrolle aufgehoben.

"Im Gegensatz zu den Vertreterversammlungen der Länder-KVen ist damit auf Bundesebene ein reines Selbstverwaltungsorgan als Souverän nicht mehr existent", heißt es. Das Modell der Länder-KVen, in denen ausschließlich ehrenamtlich tätige Vertragsärzte und -psychotherapeuten mitwirken, wollen die Abgeordneten auch auf Bundesebene umgesetzt wissen. Von der KBV erwarten die Abgeordneten nun entsprechende Satzungsbeschlüsse.

Die Vorstände der Länder-KVen sollten nach Vorstellung der Abgeordneten künftig nur noch in den Arbeitskreisen der KBV mitwirken. Auch in Schleswig-Holstein gibt es mit dem Physiker Dr. Ralph Ennenbach ein nichtärztliches Vorstandsmitglied.

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Kommentare
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Dr. Jürgen Schmidt

Rin un wedder rut

Sich gegen die KBV zu profilieren, hat in Schleswig-Holstein jahrzehntelange Tradition, je nachdem, ob der KV-Vorstand dort seinen Ambitionen gemäß auch im (damals ehrenamtlichen) KBV-Vorstand vertreten war oder nicht.

Zudem hatte - und hat - man stets gute Gründe, mit dem Hinweis auf "Köln", später "Berlin" sich selbst zu entlasten, wenn die üblichen Gründe für Unmut und Klage abzuwehren sind.

Aber auch - daran muss erinnert werden - der Ruf nach Professionalisierung der KV-Vorstände wurde wesentlich aus SH vorgetragen.

Nun entdeckt man die Nachteile, die mit der Entmachtung des Ehrenamtes verbunden sind.
Rin in de Kartoffeln un wedder rut, secht de Holsteiner.

Politisch betrachtet bildet sich für die Vorstandspositionen eine Funktionärsschicht, deren Nachfolge - mangels ehrenamtlicher Vorstandstätigkeit von Vertragsärzten - sich kaum noch aus dem Kreis der Ehrenämtler rekrutieren lässt.
Dies kann, muss aber nicht zugleich ein Nachteil sein, auch wenn die "gefühlte" Demokratie dabei etwas weniger wärmen mag.


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