Telemedizinisches Angebot

KV Westfalen-Lippe baut Videosprechstunden im Notdienst aus

Die KV Westfalen-Lippe setzt im Bereitschaftsdienst verstärkt auf Telemedizin. Das komme sowohl bei Patientinnen und Patienten als auch bei Ärztinnen und Ärzten gut an, heißt es.

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Dortmund. In Westfalen-Lippe gewinnt die Videosprechstunde im ärztlichen Bereitschaftsdienst an Bedeutung. Die KV baut dieses Angebot kontinuierlich aus und stößt damit auf Zustimmung.

„Eine steigende Bereitschaft der Patienten trifft auf ein steigendes Interesse der Ärzte“, berichtete KVWL-Chef Dr. Dirk Spelmeyer kürzlich auf der Vertreterversammlung in Dortmund. „Wir haben die Videosprechstunde auf neue Füße gestellt“, so Spelmeyer.

Hintergrund ist ein Wechsel des Anbieters. Im August 2025 hat Teleclinic in diesem Bereich Clickdoc abgelöst. Dadurch sei man flexibler geworden, und für Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten habe sich die Nutzung vereinfacht.

„Inzwischen ist es einer unbegrenzten Anzahl Ärzten möglich, gleichzeitig Videosprechstunden anzubieten.“ Seit Oktober 2025 gibt es täglich Videosprechstunden im kinderärztlichen Bereitschaftsdienst, bei den Erwachsenen steht das Angebot seit November zur Verfügung.

Entlastung für Notdienstpraxen und Notaufnahmen

Über Weihnachten und den Jahreswechsel hat die KV den breiteren Einsatz der Videosprechstunde erprobt. Sie konnte an sieben Tagen über die 116 117 genutzt werden. In diesem Zeitraum wurden 800 Videosprechstunden durchgeführt.

Die meisten Patienten waren Akutpatienten, benötigten ein Rezept oder eine AU-Bescheinigung. „Es kam zu einer Entlastung des bestehenden Angebots und auch der Kollegen in den Notaufnahmen der Krankenhäuser“, berichtete Spelmeyer.

Das könne Vorbild für eine wichtige Ergänzung der Versorgung an Brückentagen sein. Zudem übe sich die KVWL damit schon einmal in dem vom Gesetzgeber in der Notfallreform vorgesehene, verpflichtende Angebot einer 24/7-Videosprechstunde.

Zurzeit haben sich 100 Ärztinnen und Ärzte bereit erklärt, Patienten im Bereitschaftsdienst am Bildschirm zu behandeln, darunter 30 Kinderärzte. Bei den Pädiatern ist laut Spelmeyer noch Luft nach oben, da die KVWL hier jeden Monat steigende Fallzahlen beobachtet. (iss)

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