Berufspolitik

KVWL gegen schnelle Nummer beim Notdienst

Konfrontationskurs in Westfalen-Lippe: Die KV hält wenig von der neuen Notdienst-Nummer 116117 und pocht auf eine Verschiebung. Andernfalls drohe ein Chaos.

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DORTMUND (iss). Die KV Westfalen-Lippe (KVWL) geht bei der Einführung der bundesweiten Rufnummer 116117 für den Not- und Bereitschaftsdienst auf Konfrontationskurs zur Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Die Einführung in ganz Deutschland zum 1. März 2012 mache keinen Sinn, sagte der zweite KVWL-Vorsitzende Dr. Gerhard Nordmann auf der Vertreterversammlung.

"Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Einführung der Rufnummer verschoben wird", kündigte Nordmann an. Zunächst müssten überall die notwendigen und belastbaren zentralen Strukturen geschaffen werden. Die KVWL möchte zudem, dass die Nummer vorab und regional getestet wird.

Sonst sei das Chaos absehbar, warnte Nordmann. Außer Westfalen-Lippe verfügten nur Nordrhein, Berlin und Bayern über funktionierende Arztrufzentralen. "Stellen Sie sich nur die Weiterleitung eines Anrufs über die 116117 an einen der 500 Notfalldienstbereiche in Baden-Württemberg vor!"

Nordmann "schwant Schlimmes"

Schwierig werde es auch bei Anrufen, die nicht genau lokalisiert werden können. Im Idealfall erkenne der Computer zwar den Ort des Anrufers an der Vorwahl oder über eine spezielle und nur für wenige Ausnahmen zulässige Ortung im Mobilfunknetz.

Nicht einwandfrei zuordenbare Anrufe sollen zwei Zentralen in Nord- und Süddeutschland übernehmen. "Nach unseren Erfahrungen mit der zeitweisen Überlastung der Arztrufzentrale in Duisburg zum Start unserer Strukturänderung schwant mir da Schlimmes."

Auch wenn eine zentrale Nummer gegebenenfalls Vorteile biete, werde die Umsetzung überfallartig und ohne Test nicht funktionieren.

"Wir in Westfalen-Lippe werden unserer Bevölkerung auf keinen Fall ein weiteres Mal ein Vermittlungsdesaster zumuten", betonte Nordmann.

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