Mecklenburg-Vorpommern

Kassen im Norden bei Implantaten auf Sparkurs

Leitlinie empfiehlt Einsatz von Fast-Fix-Systemen für Meniskus. Kassen zahlen Kosten für Implantate trotzdem nicht.

Veröffentlicht: 03.03.2020, 14:24 Uhr

Schwerin. Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern lehnen es ab, die Kosten für Implantate von Meniskusfixationssystemen zu übernehmen. Bis Mitte 2019 gab es eine entsprechende Abrechnungsgenehmigung über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommern für diesen leitliniengerechten Einsatz.

Die KV im Nordosten verwies in anschließenden Verhandlungen vergeblich darauf, dass Krankenkassen in einer Reihe von anderen Bundesländern wie etwa Bayern die Kosten übernehmen.

Die Kassen stützen sich in ihrer Ablehnung auf ein Urteil des Sozialgerichtes Stuttgart und die Aussage des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), wonach eine herkömmliche Naht den gleichen Heilungserfolg bieten soll wie die von Ärzten favorisierten Fixationssysteme. Die KV dagegen sagt: „Diese speziellen Implantate bieten gegenüber der konventionellen Meniskusnaht ein deutlich besseres postoperatives Ergebnis für den Patienten und bergen kaum das Risiko einer intraoperativen Nervenschädigung.“

Die Körperschaft verweist zudem auf die aktuelle Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie, die den Einsatz der sogenannten Fast-Fix-Systeme explizit empfiehlt. Die ablehnende Haltung der Krankenkassen in ihrem Bundesland verhindert nach Ansicht der KV, dass die gesetzlich Versicherten im Nordosten die gleiche Therapie erhalten wie gesetzlich Versicherte in anderen Bundesländern.

„Hier wenden sich die Kassen aus offensichtlichen Kostengründen vom Grundsatz der Gleichbehandlung ab“, so die KV, die auch von einer Herabstufung zu „Patienten zweiter Klasse“ sprach. Die Krankenkassen verweisen auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“ auf eine einheitliche Linie der Kassen im Land, räumen aber angesichts der unterschiedlichen Bewertungen durch MDK und Sozialgericht auf der einen und Leitlinien der Fachgesellschaft auf der anderen Seite ein „gewisses Dilemma“ ein. (di)

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