Kein Geld für Wunschkinder, aber auch keins für die Pille

Gleichstellungskonferenz lehnt die Zahlung der Pille für langzeitarbeitslose Frauen über 21 Jahren durch die Kassen ab.

Von Thomas Trappe Veröffentlicht:
Die Unterstützung für Verhütungsmittel wird nur bis zum 20. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen.

Die Unterstützung für Verhütungsmittel wird nur bis zum 20. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen.

© maxi - Fotolia

DRESDEN. Frauen, die langzeitarbeitslos sind oder ein sehr geringes Einkommen haben, werden auch künftig nach dem 21. Lebensjahr ärztlich verordnete Verhütungsmittel nicht von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Eine entsprechende Initiative des Brandenburger Sozialministers Günter Baaske (SPD), hat die Gleichstellungsministerkonferenz Ende vergangener Woche abgelehnt. Bisher gibt es die Unterstützung nur bis zum 20. Lebensjahr. Der Minister machte die CDU/CSU für das Scheitern seines Vorstoßes verantwortlich, da vor allem die konservativ geführten Länder seinen Vorschlag blockiert hätten.

Die Ankündigung der sächsischen Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU), eine Initiative für eine bundesweite Regelung zur finanziellen Förderung von künstlichen Befruchtungen auf den Weg zu bringen, blieb offenbar auch ohne Erfolg. Vor zwei Wochen hatte Christine Clauß einen entsprechenden Vorstoß angekündigt, in der abschließenden Presseerklärung ist von der Maßnahme keine Rede mehr. Sachsen ist bislang das einzige Bundesland, das künstliche Befruchtungen finanziell fördert.

Vereinbart wurde von den Ministern dagegen, dass Ärzte künftig bei der Behandlung geschlechtsspezifische Aspekte stärker berücksichtigen sollen. "Wir wissen, dass Geschlechteraspekte im Gesundheitsbereich ebenso wichtig sein können wie die Berücksichtigung des Alters, der Größe und des Gewichts", erklärte die Vorsitzende der diesjährigen Gleichstellungskonferenz Christine Clauß. Das werde von Medizinern noch nicht ausreichend beachtet. Konkrete Maßnahmen freilich konnten nach der Konferenz nicht verkündet werden, es bleibt zunächst bei Willenserklärungen. So fordern die Ressortchefs dazu auf, die Gesundheitsbedürfnisse von Männern und Frauen "deutlicher als bisher" zu berücksichtigen, und zwar in der Grundlagenforschung, der Versorgungs- und Präventionsforschung. Man wolle sich länderübergreifend deshalb auch dafür einsetzen, dass die Wirkungen von Medikamenten künftig geschlechterspezifisch geprüft werden. Das Institut für Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) soll nach dem Willen der Minister Unterschiede bei Nutzen und Risiken von Medikamenten in Bezug auf Männer und Frauen untersuchen.

Die Gleichstellungskonferenz gibt es seit nun mittlerweile 20 Jahren. Hauptaufgabe ist es die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen zu fördern.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Warten auf Facharzttermine

KBV-Chef Gassen: Die meisten Patienten haben binnen drei Tagen einen Termin

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

© Pixelrohkost / stock.adobe.com

Arztinformation – Hilfe für Patientinnen in den Wechseljahren

Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Procter & Gamble Health Germany GmbH, Schwalbach am Taunus
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen