Kommentar – Kind oder Kittel?

Keine Frage des Geschlechts!

Von Margarethe UrbanekMargarethe Urbanek Veröffentlicht:

Frauen sind im Berufsleben noch immer benachteiligt. Nicht wegen mangelnder Qualifikation, sondern wegen ihres Geschlechts. Das zeigt auch die Studie zur Vereinbarkeit von Familie und Heilberufen. „Kind und Kittel“ wird sie betitelt, als sei es ein Leichtes, sich um Kinder und Patienten gleichermaßen zu kümmern.

Doch dem ist nicht so, wie die Analyse zeigt. Fast jede zweite Heilberuflerin hatte schon einmal das Gefühl, sich zwischen Kind und Karriere entscheiden zu müssen. Bei den Männern waren es nur 18 Prozent. Warum müssen Herren nicht mit Karriereeinschränkungen rechnen? Warum unterstellt man ihnen, sie würden sich weniger um fehlende Kinderbetreuung oder Schichtdienste sorgen? Warum stellt sich überhaupt die Frage des Geschlechts?

Es ist nicht schlimm, wenn Frauen tendenziell häufiger Elternzeit nehmen. Es ist auch nicht falsch, wenn sie lieber auf Teilzeit statt auf Vollzeit gehen. Falsch ist jedoch, dass ihnen viel zu häufig die freie Entscheidung dafür genommen wird. Dass ihnen Karrierechancen verwehrt werden. Dass Männer oder kinderlose Kolleginnen bevorzugt werden. Falsch ist auch, dass eine Studie im Jahr 2019 zeigen muss, dass Frauen in Heilberufen benachteiligt sind, weil sie Frauen sind – und womöglich sogar Kinder haben.

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