Pädiatrie

Kinder bei Entfaltung unterstützen

Beim Herbstkongress der Pädiater forderte der Berufsverband BVKJ Zentren und Angebote.

Veröffentlicht:

BAD ORB. In Deutschland wachsen bis zu 20 Prozent der Vorschulkinder auf, ohne ihre vorhandenen Kompetenzen entfalten zu können. Auf diese Zusammenhänge hat Dr. Ulrich Fegeler, scheidender Bundespressesprecher im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), beim Herbstkongress der Pädiater in Bad Orb hingewiesen.

Die meisten der betroffenen Kinder stammten aus bildungsfernen oder sozial benachteiligten Familien. Bereits im Kindergartenalter fallen sie mit zum Teil massiven Entwicklungsstörungen im Bereich Sprachentwicklung, kognitive Entwicklung und Verhalten auf.

Meistens werden Heilmittel verordnet

Zumeist würden diese Kinder dann "zur Therapie" an den Pädiater überwiesen. "Einmal im Medizinsystem angelangt, erfolgt rasch eine Pathologisierung der Störung, das heißt, sie wird mit einer Diagnose belegt", so Fegeler. Daran schließe sich dann zumeist die Verordnung eines Heilmittels an.

Diese therapeutischen Möglichkeiten reichten aber nicht aus, weil sie über die punktuelle und kurzzeitige Wirkung hinaus nicht dazu geeignet seien, die eigentlich notwendige permanente pädagogische Anregung anzustoßen. Um dies auf Dauer sicherzustellen, muss nach Ansicht Fegelers die Förderqualität außerfamiliärer Betreuungseinrichtungen ausgeweitet werden.

Dazu sei eine "neue Kultur der Zusammenarbeit der gesellschaftlichen Hilfesysteme" vor allem aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheitssystem und Jugendhilfe nötig. Zudem forderte Fegeler die Einrichtung von Kinder- und Familienzentren, die niedrigschwellige Angebote sozialer wie gesundheitlicher Unterstützung bereitstellen sollten.

Bei Bedarf könnten in den neuen Zentren Mediziner des Öffentlichen Gesundheitsdienstes oder niedergelassene Kinder- und Jugendärzte hinzugezogen werden. Sie könnten außerhalb ihrer Praxis betroffene Familien besser erreichen und ihre Rolle als Mittler und Zuweiser zu anderen Hilfesystemen ausfüllen. (ras)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

© Olia / Generated with AI / stock.adobe.com

Neurologische Entwicklungsstörung

Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Patientenumfrage

Krebs: So häufig sind Tumorschmerzen

Elektronische Patientenakte

KBV-Umfrage: Praxen setzen die ePA aktiv ein

Lesetipps
Älterer Mann fasst sich an die linke Brust, Herzschmerzen

© iammotos / stock.adobe.com

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Eine Frau fässt sich in den Hacken und verzieht das Gesicht.

© fizkes / Getty Images / iStock

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen