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Kleinstadt in der Rhön baut Gesundheitsnetz auf

Nicht nur Ärzte, sondern auch Vertreter vieler anderer Gesundheitsberufe wollen im hessischen Gersfeld neue Versorgungswege gehen.

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FULDA (ine). Auf ein enges Miteinander setzen die Menschen in Gersfeld, einem Ort mit 6000 Einwohnern in Osthessen, um die medizinische Versorgung in den nächsten Jahren zu sichern.

Sie wollen ein Gesundheitsnetz gründen, dem nicht nur Ärzte angehören, sondern auch Beschäftigte anderer Gesundheitsberufe wie Apotheker, Physiotherapeuten, Pflegedienste und Unternehmer.

Auslöser sind der sich abzeichnende Ärztemangel und eine Neuerung im Hessischen Krankenhausgesetz, wonach Gesundheitsanbieter stärker kooperieren sollen.

"Anfangs wollten wir uns dem Gesundheitsnetz Osthessen anschließen", berichtet Jürgen Melchers, Verwaltungsdirektor der Rhönklinik Gersfeld, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Doch dort seien laut Satzung nur Ärzte zugelassen. "Wir wollen uns breiter aufstellen."

Das Interesse an dem Projekt sei groß. Drei weitere Gemeinden seien bereits mit im Boot. Am 12. April soll der gemeinnützige Verein gegründet werden. Um auch politisch Rückendeckung zu haben, gibt es einen Beirat mit den vier Bürgermeistern. Auch Kontakte zum Gesundheitsnetz Osthessen wurden geknüpft. "Wir haben uns vorgenommen, mit anderen Netzen zu kooperieren."

Die Rhönklinik - sie verfügt derzeit über 141 Betten und arbeitet eng mit sieben niedergelassenen Fachärzten zusammen - erhofft sich von der Zusammenarbeit ebenfalls Vorteile.

Eines der ersten Projekte, so Melchers, betreffe die Wundversorgung: Eine im Wundmanagement ausgebildete Mitarbeiterin eines Pflegedienstes werde Schulungen für Arztpraxen anbieten.

Auch Prävention sei ein Bereich, in dem sich das neue Netz engagieren wolle. "Wir haben eine Ernährungsberaterin dabei, die in Schulen und Kindergärten gehen könnte, um über gesundes Essen aufzuklären."

Auch bei dem Plan, Gersfeld zum heilklimatischen Kurort zu machen, sei ein Netzwerk hilfreich: "Wir brauchen dazu Ärzte, die bereit sind, eine Zusatzausbildung als Bäderarzt zu machen und wir brauchen Therapeuten", sagt Melchers.

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