Berufspolitik

Kliniken fürchten Finanzloch von sieben Milliarden Euro

BERLIN (ble). Die bundesweit 2100 Krankenhäuser stehen nach Angaben von Klinikchefs, Gewerkschaftern, Ärzten und Pflegenden vor dem finanziellen Kollaps.

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In diesem und dem nächsten Jahr drohe eine Einnahmelücke von insgesamt 6,7 Milliarden Euro, sagte Dr. Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zum Start des Aktionsbündnisses "Rettung der Krankenhäuser" in Berlin. "Vielen Krankenhäusern geht es so schlecht wie noch nie." Eine große Anzahl sei von der Insolvenz bedroht.

Alle Häuser litten unter der Mehrwertsteuererhöhung, steigenden Lebensmittel- und Energiekosten und den Tarifsteigerungen von 2007 und diesem Jahr. "Daraus können sich die deutschen Krankenhäuser nicht mehr allein heraushelfen." Kösters forderte die Bundesregierung auf, ein Konzept zur nachhaltigen Finanzierung der Kliniken vorzulegen. Anderenfalls werde es zu einem weiteren Personalabbau kommen, prognostizierte er.

Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Ðr. Frank Ulrich Montgomery, sprach mit Blick auf die Arbeitsbelastung des Klinikpersonals von einem "Burnout ungeahnten Ausmaßes". Montgomery warf den Ländern eine "bodenlose Verantwortungslosigkeit" vor. Diese hätten ihre Investitionen in die Kliniken in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgefahren. Dies geschehe auf dem Rücken von Ärzten und Pflegenden.

Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sagte, 16 Jahre Budgetdeckelung der Kliniken hätten zu einer Gefährdung der Leistungsfähigkeit vieler Häuser geführt. "In den Krankenhäusern drohen die Lichter auszugehen", warnte er. Der Pflegealltag an den Kliniken werde zunehmend geprägt von Vernachlässigung und Gefährdung der Patienten, das Personal werde "von der Hand in den Mund disponiert".

Das Aktionsbündnis kündigte massive Proteste in den kommenden Wochen an. Für den 25. September ist eine Großkundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin geplant.

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