Sponsoring

Krankenkassenlogos auf Trikots dürfen bleiben – vorerst

Krankenkassen werben auch im Profisport auf Trikots und Banden. Gesundheitsminister Spahn will das unterbinden. Auf Einspruch aus dem Parlament hin soll sein Projekt nun eine Denkpause erfahren.

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:
Die AOK sponsert unter anderem die Deutsche Handballnationalmannschaft.

Die AOK sponsert unter anderem die Deutsche Handballnationalmannschaft.

© Sascha Klahn/dpa

Berlin. Auf den Trikots der Handball-Nationalspieler prangt das AOK-Emblem, die Barmer unterstützt esports-Veranstaltungen, die Techniker ist beim Hamburger Kiez-Klub St. Pauli als Gesundheitspartner an Bord. Abgeordnete des Bundestages setzen sich dafür ein, dass das zumindest vorerst so bleiben kann.

Das Thema eines Verbots von Trikot- und Bandenwerbung der Krankenkassen sei damit nicht vom Tisch, hieß es dazu bereits aus der Unionsfraktion. In einer Situation, in der sich viele Unternehmen aus dem Sponsoring zurückzögen, wolle man aber „kein neues Fass“ aufmachen, sagte der baden-württembergische CDU-Abgeordnete Michael Hennrich dem in seinem Wahlkreis erscheinenden „Teckboten“.

Dass Spahn das sensible Thema per Verordnung angehen wollte, kam zudem bei Sportpolitikern der Regierungsfraktionen nicht gut an. Gleichwohl wollte das Bundesgesundheitsministerium ein Ende des Projektes am Montag nicht bestätigen. Die Verordnung befinde sich noch im Verfahren. „Ob Änderungen notwendig sind, wird aktuell im Lichte der eingegangenen Stellungnahmen geprüft“, teilte das Ministerium auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“ mit.

Spahn wollte Werbung verbieten

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind die Aktivitäten der dem Gesundheitsministerium unterstellten gesetzlichen Krankenkassen ein Dorn im Auge. Per Verordnung wollte er die Werbeauftritte von Krankenkassen im Profisport drastisch einschränken. „Werbemaßnahmen bei Sportveranstaltungen werden nur noch in eng begrenzten Fällen zugelassen“, heißt es im Entwurf der „Verordnung zur Zulässigkeit von Werbemaßnahmen der Krankenkassen“ (KKWerbeV). Trikot- und Bandenwerbung sollten nicht dazugehören.

Konkret sollen Kassen laut Verordnungsentwurf im Sport nur noch dann werben dürfen, wenn bei einer Veranstaltung die Information über die Leistungen der Kasse im Vordergrund steht, oder die Veranstaltung die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, um als Präventionsmaßnahme durchzugehen. Das Volumen der Förderung von Profi- und Breitensport durch die Kassen wird in der Branche auf 15 Millionen Euro im Jahr geschätzt.

DFB und DOSB haben protestiert

Grundlage des Vorstoßes ist das Faire-Kassenwahl-Gesetz (FKG), das im März 2020 in Kraft getreten ist. Dort wird der Wettbewerb der Kassen untereinander an die Verbesserung von Leistungsangebot und Qualität der Leistungen sowie die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Versorgung geknüpft.

Gegen Spahns Pläne hatten unter anderen der Deutsche Olympische Sportbund und der Deutsche Fußballbund protestiert. Der AOK-Bundesverband betonte zuletzt bei einer Anhörung im Bundestag zu dem Verordnungsentwurf die Bedeutung der Zusammenarbeit von Krankenkassen und Sportverbänden auf dem Gebiet der Gesundheitsprävention. Über die Partnerschaft mit dem Deutschen Handballbund mit den Stars der Nationalmannschaft als Zugpferden hätten sich Tausende junger Menschen für den Sport begeistern lassen, teilte der Verband mit. (af)

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