Berlin / Brandenburg

Krebsregister soll im Juli starten

Berlin und Brandenburg regeln per Staatsvertrag die Voraussetzungen für ein gemeinsames Register. Appelliert wird an die Melde-Moral der Ärzte.

Von Angela Misslbeck Veröffentlicht: 12.04.2016, 16:16 Uhr

BERLIN/POTSDAM. Das gemeinsame flächendeckende klinische Krebsregister der Länder Berlin und Brandenburg ist auf der Zielgeraden. Am Dienstag haben die Landesgesundheitsminister beider Länder den Staatsvertrag über die Einrichtung und den Betrieb des Registers nach Paragraf 65c SGB V unterzeichnet.

Der Staatsvertrag schafft die rechtlichen Voraussetzungen für den Start des gemeinsamen Registers. Neben der Organisation, Finanzierung und aufsichtsrechtlichen Kontrolle des gemeinsamen Krebsregisters regelt der Vertrag unter anderem die Meldepflichten der Ärzte, Patientenrechte, die Datennutzung für die Forschung und den Datenaustausch mit anderen klinischen Krebsregistern.

Die laufende Finanzierung des Registers erfolgt zu 90 Prozent aus Mitteln der Gesetzlichen und der Privaten Krankenversicherung in Form von Fallpauschalen je Neuerkrankungsfall. Zehn Prozent der Betriebskosten finanzieren die Länder Berlin und Brandenburg. So ist es im Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz von 2013 vorgesehen.

Eine entsprechende Vereinbarung hat das brandenburgische Gesundheitsministerium mit den Krankenkassen des Landes übergangsweise bereits für das erste Halbjahr 2016 getroffen, weil der für den Jahresbeginn 2016 geplante Start des gemeinsamen Registers verschoben wurde.

Nun müssen noch die Länderparlamente von Brandenburg und Berlin dem Staatsvertrag zustimmen. Dann kann das einzige länderübergreifende Register im Juli dieses Jahres seine Arbeit aufnehmen.

Landesärztekammer übernimmt Trägerschaft

Träger des langjährigen Brandenburgischen und des künftigen gemeinsamen Krebsregisters ist die Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB).

Präsident Dr. Udo Wolter sagte, diese Kooperation sei "angesichts der Ländergrenzen überschreitenden Patientenströme sinnvoll und nutzt sowohl den Patienten als auch den behandelnden Ärzten".

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) wertet das Register als Meilenstein für die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg. Sie zeigte sich überzeugt, mit dem Krebsregister "werden wir die Qualität der onkologischen Versorgung weiter verbessern."

Der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) verwies auf die Bedeutung des Registers für die individuelle Patientenbehandlung und die Versorgungsforschung. "Der Nutzen hängt entscheidend von der Datenqualität ab. Wir brauchen für die Qualität der Aussagen eine Meldequote von über 90 Prozent", so Czaja.

Er appellierte an die Ärzte und Zahnärzte in Berlin, durch Meldungen aktiv zur Verbesserung der Qualität der onkologischen Versorgung beizutragen.

Mehr zum Thema

Infektionsrate, Letalität und Co

Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

„CoronaUpdate“-Podcast

Der „Corona-Tunnel“ – und seine Folgen für die Medizin

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Infektionsrate, Letalität und Co

Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

KBV-Chef Gassen

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

Existenzsorgen bei Laborärzten

Weniger Aufträge durch Corona

Existenzsorgen bei Laborärzten

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden