Ärzte ohne Grenzen warnen

Krieg führt zu dramatischer Kinder- und Müttersterblichkeit in Süd-Darfur

Im blutigen Konflikt im Sudan leiden vor allem die Schwächsten. Ärzte ohne Grenzen schlägt Alarm angesichts der Mütter- und Kindersterblichkeit in Süd-Darfur. Viele Todesfälle wären vermeidbar.

Veröffentlicht:
Sudanesische Kinder, die an Unterernährung leiden, werden in einer Klinik der Ärzte ohne Grenzen im Metche Camp im benachbarten Tschad behandelt.

Sudanesische Kinder, die an Unterernährung leiden, werden in einer Klinik der Ärzte ohne Grenzen im Metche Camp im benachbarten Tschad behandelt.

© Patricia Simon/AP/dpa

Nairobi. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat auf einen dramatischen Anstieg der Kinder- und Müttersterblichkeit in der sudanesischen Region Süd-Darfur hingewiesen. „Eine derartige Krise habe ich in meiner Laufbahn nicht gesehen“, sagte Gillian Burkhardt, Expertin für sexuelle und reproduktive Gesundheit von Ärzte ohne Grenzen in Nyala in Süd-Darfur laut einer Mitteilung. „Neugeborene, Schwangere und junge Mütter sterben in schockierender Zahl.“ Ihr Tod wäre in vielen Fällen vermeidbar, sagte sie weiter, „aber hier ist fast alles zusammengebrochen.“

Seit rund eineinhalb Jahren herrscht im Sudan ein blutiger Machtkampf zwischen De-facto-Machthaber Abdel Fattah al-Burhan und dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo. Daglos Miliz RSF, der zahlreiche Menschenrechtsverbrechen vorgeworfen werden, kontrolliert die Region Süd-Darfur. Das sudanesische Gesundheitssystem ist in den Monaten des Konflikts weitgehend zusammengebrochen, viele Kliniken wurden von den Konfliktparteien zerstört oder geplündert.

Drohende Hungersnot

Zudem droht in dem Land, in dem mehr als zehn Millionen Menschen vor den Kämpfen geflohen sind, nach UN-Angaben eine Hungersnot. Nach Angaben von MSF wurden fast 30.000 Kinder unter zwei Jahren im August in Süd-Darfur auf Mangelernährung untersucht – jedes Dritte war akut mangelernährt. Damit liegen die Werte weit jenseits der 15 Prozent, die die Weltgesundheitsorganisation als Notlage definiert. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Auswirkung auf Arzneiversorgung

Pharmaindustrie warnt vor Helium-Engpässen durch Irankrieg

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Menorrhagie – starke Regelblutungen sind kein Tabu

© privat

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Menorrhagie – starke Regelblutungen sind kein Tabu

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Hologic Deutschland GmbH, Berlin
RSV-Schutz für alle Säuglinge

© Springer Medizin Verlag GmbH

RSV-Schutz für alle Säuglinge

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt
Dr. Dorothee Struck ist Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Ärztin für Naturheilverfahren und mit einer Praxis für Frauengesundheit in Kiel niedergelassen.

© Portraitfoto Dr. Dorothee Struck: © "Lichtartistin" Melanie Eltermann, Kiel; Stockfoto: © Elena Nechaeva / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Beschwerdefreie Tage vor den „Tagen“ dank Mönchspfeffer

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bionorica
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?