Berufspolitik

Kritischer Brief von zwei Hausärzten an Minister Laumann

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KÖLN (akr). Um auf die prekäre wirtschaftliche Lage der Hausärzte aufmerksam zu machen, haben sich zwei Ärzte aus einer Gemeinschaftspraxis in Haan bei Düsseldorf mit einem offenen Brief an den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und seinen Staatssekretär Dr. Walter Döllinger gewandt.

"Die Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung in Nordrhein-Westfalen wird zunehmend unattraktiver", schreiben Dr. Gerhard Heinsch und Dr. Andreas Glauner. Durch die jüngste Gesundheitsreform sei jegliche Planungssicherheit verloren gegangen.

Die beiden Ärzte haben sich vor vier Jahren niedergelassen. Seitdem wurden sie mit ausufernden Regelungen und Gesetzen überhäuft, berichten sie in dem Brief. Durch die Regelleistungshonorierung sei eine wirtschaftlich gesicherte Praxistätigkeit nicht mehr gewährleistet. Im ersten Quartal 2010 seien auch noch mögliche Kompensationsleistungen beschnitten worden. "Wir sehen die wirtschaftliche Existenz vieler hausärztlicher Praxen als gefährdet an", heißt es in dem Brief.

Die Ärzte haben das Schreiben auch in Hinblick auf die im Mai stattfindenden Landtagswahlen verfasst. "Wir fühlen uns schlecht vertreten", sagt Hausarzt Heinsch. "Wir wollen die Öffentlichkeit wachrütteln." Die Landesregierung habe sich die Förderung des hausärztlichen Nachwuchses auf die Fahnen geschrieben. "Gleichzeitig wird uns die wirtschaftliche Existenz abgegraben", kritisiert er.

Der komplette Brief ist unter der Rubrik Aktuelles im Internet abrufbar: www.praxis-glauner-heinsch.de

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