Landesweites Netz für psychisch Erkrankte

GÖTTINGEN (cben). Das Göttinger "Netzwerk psychische Gesundheit" (NWpG) in Südniedersachsen ermöglicht seit Mai 2010 psychisch Kranken mehr ambulante Behandlungen und vermeidet damit teure Klinikeinweisungen.

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Gegründet wurde das Netz von der Techniker Krankenkasse (TK) und der Ambulanten Gesundheitsmanagement GmbH (AGEMA). Bisher haben sich in Göttingen und Südniedersachsen rund 160 TK-Versicherte in das Behandlungskonzept eingeschrieben, monatlich kommen fünf hinzu - landesweit sind es 360.

Insgesamt kommen bei der TK rund 7000 Versicherte in Niedersachsen für das Konzept in Frage. Etwa 60 Prozent von ihnen leiden unter Depressionen, rund 18 Prozent unter neurotischen Störungen, zwölf Prozent unter Schizophrenie und elf Prozent unter einer Persönlichkeitsstörung.

Die Patienten werden von spezialisierten Pflegediensten, Haus- und Fachärzte betreut. "Rund 90 Prozent derjenigen, die ein Erstgespräch führen, schreiben sich danach auch im Netz ein", erklärt Jochen Blaser von der TK.

Evaluation läuft noch

Die ersten Ergebnisse seine sehr zufriedenstellend. 95 Prozent der eingeschriebenen Patienten konnte auch ohne Krankenhausaufenthalt geholfen werden. Derzeit werde das Netz evaluiert, sagte Blaser der "Ärzte Zeitung", "wie viel Geld wir gespart haben, wissen wir noch nicht."

Das Angebot solle nun schrittweise auf das ganze Land ausgeweitet werden. Zusammen mit der AGEMA soll auch ein Angebot für Kinder entstehen.

Bei Angestellten in Niedersachsen registrierte die TK 2010 einen Anstieg psychisch bedingter Fehlzeiten von 12,6 Prozent im Vergleich zu 2009. Die Zahl der Klinikaufenthalte sei zwischen 2006 und 2009 um zehn Prozent gestiegen.

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