Berufspolitik

Leitstelle Demenz hilft Angehörigen und Kranken

In Aachen hat die AOK Rheinland/Hamburg eine Anlaufstelle für Demenz-Kranke und Angehörige eingerichtet, die über Pflege und Versorgung berät. Mit der ersten Bilanz ist die Kasse zufrieden.

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Angebot wird stark genutzt: Kassen-Chef Wilfried Jacobs.

Angebot wird stark genutzt: Kassen-Chef Wilfried Jacobs.

© Jochen Tack

DÜSSELDORF (iss). Mit einem Bündel von Versorgungs- und Beratungsangeboten will die AOK Rheinland/Hamburg die Betreuung von Demenzkranken im Rheinland verbessern.

Die Kasse hat eine Leitstelle Demenz eingerichtet, ein neues Modell der Nachbarschaftshilfe erprobt und organisiert gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen Alzheimer-Gesellschaft Beratungen, Pflegekurse, Angehörigensprechstunden und Informationsveranstaltungen.

"Wir müssen uns als Krankenkasse fragen, was wir tun können, um die Demenzpatienten zu begleiten", sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg Wilfried Jacobs. Auch der besonderen Belastungssituation pflegender Angehöriger wolle die Kasse verstärkt Rechnung tragen.

Seit einem Jahr bieten in der Leitstelle Demenz in Aachen sechs Mitarbeiter - darunter ein Arzt - Demenzkranken und Angehörigen Beratung im häuslichen Umfeld, Unterstützung bei der Organisation der Versorgung und Hilfe im Krisenfall.

"Ich war überrascht, wie intensiv das Angebot angenommen wird, pro Tag gehen dort 40 bis 50 Anrufe ein", sagt Jacobs.

Auch die Hilfemaßnahmen, die von der AOK und der Alzheimer-Gesellschaft NRW in den nordrheinischen Pflegestützpunkten und in AOK-Regionaldirektionen angeboten werden, stoßen auf eine große Resonanz, berichtet Regina Schmidt-Zadel, die stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft.

"Wenn wir die ausreichenden Mittel hätten, könnten wir die Zahl der Kurse vervielfachen." Gerade die Beratung durch Betroffene bewähre sich sehr gut.

Die Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg sei die erste bundesweit. "Das ist ein Schritt nach vorn, um die Versorgung von Demenzkranken zu verbessern", sagt sie.

Im gesamten Rheinland hat die Kasse Integrationsverträge mit niedergelassenen Neurologen, Akut- und psychiatrischen Kliniken sowie spezialisierten Pflegeheimen geschlossen, um im Notfall innerhalb eines Tages die Versorgung der Demenzkranken zu gewährleisten.

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