Sozialmediziner Trabert

Mainzer Hilfslieferung nach Syrien geglückt

Der Mainzer Arzt Gerhard Trabert bringt Medikamente nach Nordsyrien — und kämpft mit Behördenwillkür.

Von Anne Zegelman Veröffentlicht:

MAINZ / QAMISCHLI. Erneut ist der Mainzer Sozialmediziner Professor Gerhard Trabert nach Syrien gereist — im Gepäck Arzneimittel. "Ich bringe spezielle Medikamente für die Behandlung von Leishmaniose und Thalassämie im Wert von über 10.000 Euro nach Qamischli, die dort dringend benötigt werden", berichtet er der "Ärzte Zeitung" per Handy direkt aus Syrien. Die Medikamente sind durch Spenden finanziert worden.

Der für sein Engagement vielfach ausgezeichnete Arzt Trabert ist bereits mehrfach nach Syrien gereist — und kennt Behördenwillkür und Schwierigkeiten beim Grenzübertritt deshalb schon. Auch diesmal gab es wieder Probleme. "Am Mittwoch wurden wir an der irakisch-syrischen Grenze in Feshkhabor nach stundenlangen Diskussionen noch abgewiesen. Am Donnerstag durften wir, nach langen zähen Gesprächen bei Außentemperaturen von 45 Grad, über den Tigris nach Syrien mit einem kleinen Boot die Grenze passieren."

Die Medikamente hätten erst nach einem "skurril erscheinenden Genehmigungshürdenlauf" ins Land eingeführt werden dürfen: "Insgesamt mussten vier verschiedene Stellen dies abzeichnen", schreibt Trabert auf Facebook. Knapp 12.000 Unterstützer verfolgen über die soziale Plattform seine Reise, bei der Trabert von Kyra begleitet wird, einer Ärztin der Hilfsorganisation "Medizin für Rojava".

Die Medikamente haben ihr Ziel in Qamischli mittlerweile erreicht — und sind von den dortigen Ärzten dankbar angenommen worden. Denn in Rojava ist die endemische Leishamiose weit verbreitet.

Solange Trabert dort ist, will er auch technische Schulungen abhalten: Ein Inkubator, der bei einem der letzten Hilfseinsätze im Gepäck war, wurde an der Grenze aufgehalten, ist nun aber ebenfalls angekommen.

Weitere Informationen über die spendenbasierten Hilfseinsätze

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