IV-Verträge

Mehr Freiheiten gefordert

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BERLIN. Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen (DGIV) spricht sich dafür aus, Integrationsverträge systematisch zu fördern.

In einem Positionspapier fordert die DGIV, Verträge nach Paragraf 140a SGB V nicht länger an den Grundsatz der Beitragssatzstabilität zu binden. Dies sei nötig, weil IV-Verträge bei kurzfristiger Betrachtung in der Regel mit Mehrkosten verbunden seien.

Desweiteren votiert der Verein dafür, den Zwang zur Budgetbereinigung beim Abschluss von Selektivverträgen in eine "Kann-Bestimmung" umzuwandeln. Alternativ sollte für bis zu vier Jahre nach Vertragsstart auf eine Vergütungsbereinigung verzichtet werden. Um das Verfahren zu vereinfachen, sollte die Option geschaffen werden, Pauschalen bei der Bereinigung vorzusehen.

Die DGIV begrüßt, dass die Koalition beabsichtigt, auch fachgruppengleiche MVZ - also beispielsweise Hausarzt-MVZ - zuzulassen. "Doch Worten müssen nun Taten folgen", sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Professor Stefan Spitzer, bei der Vorstellung des Positionspapiers.

Zweiseitige Selektivverträge sollten Kassen nicht nur mit Krankenhäusern schließen dürfen -so plant es die Regierungskoalition. Auch spezialisierte MVZ, Facharztzentren und Praxiskliniken sollen als Vertragspartner zugelassen werden, fordert die DGIV.

Handlungsbedarf sieht der Verein auch bei der Kassenaufsicht. Die Landesaufsichten gewährten Kassen bei IV-Verträgen in der Regel mehr Spielräume als das Bundesversicherungsamt, das für bundesunmittelbare Kassen zuständig ist. "Liberale und transparente Prüfkriterien" seien daher nötig.

DMP einbeziehen

In einer weiteren Forderung spricht sich die DGIV für die Zusammenführung von Disease-Management-Programmen (DMP) und der Integrierten Versorgung aus.

DMP hätten bislang eine "rechtlich problematische Sonderstellung". Die Einbeziehung der DMP in die Integrationsversorgung könnte unter anderem zu einer Gleichbehandlung der verschiedenen Indikationsbereiche führen, so die DGIV

.Der Verein ist im Jahr 2003 in Berlin gegründet worden und bezeichnet als sein Ziel, "die Integrierte Versorgung in der medizinischen, pflegerischen und sozialen Betreuung als Regelfall durchzusetzen." Dem Vorstand gehören neben Stefan Spitzer als Stellvertreter Professor Alfred Holzgreve (Direktor für Klinische Forschung und Akademische Lehre der Vivantes - Netzwerk für Gesundheit GmbH) und Dr. Michael Meyer (Siemens Deutschland Healthcare) an.

Weitere Vorstandsmitglieder sind Professor Bertram Häussler (Vorsitzender der Geschäftsführung des IGES Instituts), Ingo Kailuweit (Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz) sowie Carsten Sterly (DGIV-Landesverband Nord). (fst)

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