Migranten als Pflegekräfte

Mehr Überstunden, weniger Wertschätzung

Pflegekräfte mit ausländischen Wurzeln leisten im Vergleich zu ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen nach einer Studie mehr unbezahlte Überstunden.

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VECHTA. Pflegekräfte mit ausländischen Wurzeln leisten im Vergleich zu ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen nach einer Studie mehr unbezahlte Überstunden. Der Studie der Sozialwissenschaftlerin Hildegard Theobald von der Universität Vechta zufolge hatten im Jahr 2010 im stationären Bereich 14 Prozent der Pflegekräfte einen Migrationshintergrund, im ambulanten Sektor waren es elf Prozent.

"Unbezahlte Überstunden machen 41 Prozent der Migranten und Migrantinnen sowie 18 Prozent der anderen Beschäftigten", hieß es in der am Dienstag vorgestellten und von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie. Ausländische Kräfte bekämen zudem weniger Wertschätzung von Familien und Vorgesetzten. Von ausländerfeindlichen Kommentaren seien 15 Prozent betroffen.

Internationaler Vergleich

Die Studie vergleicht die Pflegesituation in den Ländern Deutschland, Japan und Schweden. Unter anderem wurden Fragebögen in den Ländern verschickt. In Deutschland waren es rund 1500 mit einer Rücklaufquote von 43 Prozent. Das Basisjahr für die Befragung für Deutschland war das Jahr 2010.

In der deutschen Stichprobe gehörten die Pflegekräfte mit Migrationsstatus überwiegend der Gruppe der (Spät-)Aussiedlerinnen an, die einen gesetzlich gesicherten Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft besitzen. "Auch heute spielt diese Gruppe noch eine zentrale Rolle", sagte Theobald. (dpa)

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