Heimaufsicht

Mehr unangemeldete Kontrollen in Berliner Pflegeheimen

Aufsicht kontrolliert zwar weniger Heime als im Vorjahr, dafür aber häufiger ohne Voranmeldung.

Von Angela Misslbeck Veröffentlicht: 16.11.2018, 15:02 Uhr

BERLIN. Insgesamt 66 Mängel hat die Heimaufsicht in Berlin bei ihren Kontrollen im vergangenen Jahr gerügt. Als mangelhaft bewertete sie am häufigsten die Personalausstattung (19), gefolgt von Arbeitsorganisation (10), Dokumentation (8), Medikamentenvergabe und -aufbewahrung (7) sowie Hygiene (6).

Viermal erlegte die Aufsicht Einrichtungen Bußgelder auf, einmal verhängte sie einen Belegungsstopp, in den übrigen Fällen genügte eine Beratung.

Das geht aus dem Bericht über die Heimaufsicht in Berlin im Jahr 2017 hervor, den das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) gemeinsam mit Gesundheitssenatorin Dilek Kolat kürzlich vorgelegt hat.

Kontrolliert wurden 508 von insgesamt 584 Einrichtungen. Das waren zwar weniger als im Jahr 2016 (533). Doch dabei stieg die Zahl der unangemeldeten Kontrollen. Sie nahm deutlich von 5,6 Prozent im Jahr 2016 auf 17,3 Prozent im Jahr 2017 zu.

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) kündigte bei der Vorstellung des Jahresberichts an, dass die unangemeldeten Kontrollen weiter ausgebaut werden sollen. Genau das hatte im Herbst 2017 der Landesrechnungshof gefordert .

"Jeder Verstoß ist einer zu viel"

Kolat meint: „Zwar gab es im vergangenen Jahr relativ wenig Mängel in den Berliner Pflegeheimen, aber jeder Verstoß ist einer zu viel. Daher will ich die Zahl der unangemeldeten Kontrollen weiter erhöhen.“

Für diese aufwändigeren Prüfungen wurde das Personal der Heimaufsicht in diesem Jahr um zwei volle Stellen aufgestockt. 2017 standen 19 von 24 Mitarbeitern für Kontrollen zur Verfügung. Angesichts der steigenden Zahl von Beschwerden scheint das nötig.

Insgesamt 328 Beschwerden haben die Heimaufsicht im vergangenen Jahr erreicht. 2016 waren es „nur“ 260 Beschwerden. 45 Anlassprüfungen hat sie vorgenommen.

„Jedem Hinweis auf einen Mangel geht die Heimaufsicht jedoch konsequent nach“, versicherte LaGeSo-Präsident Franz Allert. Er sprach sich dafür aus, dass weitergehende Kontrollmöglichkeiten für Pflege-Wohngemeinschaften geschaffen werden.

Die Zahl dieser Einrichtungen hat in Berlin seit 2012 rapide zugenommen. Ende 2017 gab es 645 Pflege-WGs mit 4884 Plätzen in Berlin.

Die Heimaufsicht ist jedoch nur für die Kontrolle der 584 stationären Einrichtungen zuständig, darunter 291 Pflegeheime, 155 Behinderten-Wohnheime, 95 Tagespflegeeinrichtungen sowie Altenheime und Hospize. Die Einrichtungen bieten insgesamt 39.539 Plätze.

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