Berufspolitik

Mehrheit der MVZ bald in Klinikhand?

BERLIN (ble). Die bundesweit 2100 Krankenhäuser werden die niedergelassenen Ärzte schon bald als Betreiber von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) überholen.

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Davon zeigte sich der Geschäftsführer des Ambulanzzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) Klaus Abel überzeugt. Schon in diesem Jahr werde jedes zweite MVZ von Kliniken geführt werden, sagte er beim 3. Kongress für Gesundheitsnetzwerker in Berlin.

Abel zufolge dürfte die Zahl der MVZ inzwischen die Marke von 1000 Einrichtungen überschritten haben. Die aktuellste Statistik der KBV weist für das dritte Quartal 2007 bundesweit 880 MVZ aus. 61 Prozent werden von Vertragsärzten geführt, 33 Prozent von Kliniken, sechs Prozent von sonstigen Trägern.

Trotz der aus Kliniksicht guten Aussichten warnte Abel seine Klinikkollegen vor einem aggressiven Expansionskurs, etwa über Filialgründungen von MVZ. Als Gründe nannte er die zu erwartenden Reaktionen von Niedergelassenen sowie die in Teilgebieten fehlenden Kompetenzen der Kliniken im ambulanten Bereich. So wird das Ambulanzzentrum mit Rücksicht auf die niedergelassenen Onkologen bis Ende 2009 keinen Antrag gemäß Paragraf 116b SGB V auf Zulassung zur ambulanten onkologischen Versorgung stellen.

Nach Ansicht des Anästhesiologen und Inhaber eines MVZ in Erfurt, Ekkehard Schneider, spielen Netzwerke und Partnerschaften mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle für einen Erfolg von MVZ. Hierzu gehörten auch Kooperationen über Verträge mit Kliniken und ein konstruktives Verhältnis mit den Kassen. Zudem lasse sich über Netzwerke mit weiteren Ärzten mehr Lebensqualität im Beruf erreichen. Die Zukunft von MVZ, die von Vertragsärzten geführt werden, sieht Schneider insgesamt positiv: "Das ist kein Strohfeuer."

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