Direkt zum Inhaltsbereich

Mit dem "Sanierungs-Kit" gegen MRSA-Keime

Kliniken im Nordwesten statten Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt mit speziellen Waschlotionen aus, um einer MRSA-Besiedelung vorzubeugen.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
MRSA im Visier: In Niedersachsen gibt es jetzt ein Patienten-Kit für den Kampf gegen die Keime.

MRSA im Visier: In Niedersachsen gibt es jetzt ein Patienten-Kit für den Kampf gegen die Keime.

© ggw / fotolia.com

HANNOVER / OLDENBURG. Patienten mit MRSA sollen sich in Niedersachsen selber helfen. Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt im Rahmen des EU-Projektes EurSafety Health-net im Norden Niedersachsens positiv auf MRSA getestet wurden, erhalten von den Gesundheitsämtern ein "Sanierungs-Kit".

Das Paket besteht aus speziellen Waschlotionen und einer Nasen-Salbe, sagt der Leiter des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes Dr. Matthias Pulz zur "Ärzte Zeitung".

Das Sanierungs-Kit dient als Notbehelf. In der Woche vom 23. bis zum 27. Mai haben 33 Krankenhäuser in den Niedersächsischen Landkreisen Ems/ Dollart, Oldenburg, Wilhelmshaven, Vechta und Wesermarsch ein für die stationären Patienten freiwilliges Eingangsscreening auf MRSA-Befall angeboten.

Bei positiv gestesteten Patienten, deren Sanierung "erst nach der Klinik-Entlassung sinnvoll ist", so Pulz, "stehen wir vor dem Kostenproblem."

Denn weil die niedergelassenen Ärzte für die MRSA-Sanierung ihrer Patienten kein Honorar erhalten, gibt es auch keine Behandlung. "Auch wenn wir nur mit wenigen Betroffenen rechnen, wollen wir sie nun nicht im Regen stehen lassen und bieten ihnen deshalb das Sanierungs-Kit", sagt Pulz. Die Nachkontrollen werden ebenfalls über die Gesundheitsämter angeboten. Die Hausärzte der betroffenen Patienten werden informiert.

Ende Juni sollen die ersten Ergebnisse vorliegen. Pulz rechnet mit rund 5000 Abstrichen. "In drei Wochen werden wir sehen, ob sich der Richtwert von drei MRSA-Betroffenen auf 100 Patienten bestätigt oder nicht", sagt Pulz. Das Eingangsscreening soll darüber hinaus zeigen, ob sich die vom RKI angegebenen Risiko-Gruppen bestätigen und welche Arten von MRSA auftreten.

Schließlich soll das Projekt den Krankenhäusern ermöglichen, das euregionale MRSA-Qualitätssiegel zu erwerben, das auch von den holländischen Kliniken akzeptiert wird.

Dort werden derzeit noch alle Patienten, die aus Deutschland kommen, auf MRSA gescreent, so Pulz. "Mit dem Projekt in Niedersachsen wollen wir eine Gleichrangigkeit mit Holland erreichen." Die Kosten für das Projekt tragen die Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und die Euregio.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr. Jan Geldmacher 16.06.201106:26 Uhr

Es geht nicht ums Honorar

Die Sanierung von MRSA Trägern scheitert nicht am Honorar. Die niedergelassenen Kollegen sind es gewohnt, zahlreiche Leistungen ohne Honorierung zu erbringen. Das Problem ist, dass von den lt. RKI-Richtlinien benötigten Mittel nur die Nasensalbe von der Kasse bezahlt wird. Waschlotionen und Mundspülflüssigkeiten aber nicht. Diese nicht geringen Kosten müssen die Patienten selbst tragen! Eine Kostenregelung die nicht zu Lasten der Patienten oder Ärzte geht ist dringend erforderlich

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren

Nicht alles, was im Internet kursiert, stimmt auch – gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht. Augen auf und hinterfragen!

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck