Präventionsbericht

Mühsal auf dem Weg zu mehr Gesundheit

Die Nationale Präventionskonferenz hat ihren ersten Bericht vorgelegt: Es ist eher eine komplexe Bestandsaufnahme als ein Erfolgsbericht über das Präventionsgesetz.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

BERLIN. Eine Verbesserung von Gesundheitschancen vulnerabler Gruppen, insbesondere junger Familien, haben Vertreter der Nationalen Präventionskonferenz als bedeutendes Ziel bei der Vorstellung des ersten Präventionsberichts am Dienstag in Berlin genannt.

Auch intensivere Kooperation zwischen GKV und Bundesanstalt für Arbeit für die Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen und die Stärkung der Prävention für alte Menschen vor allem in Regionen, die schon jetzt durch einen ausgeprägten demografischen Wandel betroffen sind, müssten stärker in den Fokus rücken.

Konkrete Beispiele nannte Gernot Kiefer vom GKV-Spitzenverband: Bildung von 119 Standorten zur Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeit zur Prävention bei Langzeitarbeitslosen. Bis Jahresende sollen 200 Standorte erreicht werden.

Ferner sind bereits 180 Kommunen mit je 250.000 Euro zur Prävention in Lebenswelten von den Kassen bezuschusst worden.

Keine stärkere Ausgabendynamik

Nationaler Präventionsbericht

  • Der Bericht ist eine Verpflichtung nach dem 2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetz, erstellt von der Nationalen Präventionskonferenz.
  • Wichtigster Ausgabenträger ist die GKV mit 6,08 Milliarden Euro, davon 1,55 Milliarden Euro für den allgemeinen Gesundheitsschutz und 2,3 Milliarden Euro für Gesundheitsförderung.
  • Von Bedeutung ist auch die Unfallversicherung mit nahezu konstant 1,2 Milliarden Euro für den Gesundheitsschutz.

Bislang konnte das Präventionsgesetz – bedingt auch durch eine längere Anlaufphase – keine deutlich stärkere Ausgabendynamik als in den Jahren zuvor entfachen: Beim wichtigsten Finanzier der Prävention, der gesetzlichen Krankenversicherung, stiegen die Ausgaben zwischen 2015 bis 2017 von 5,54 auf 6,08 Milliarden Euro.

Genauso groß war der Zuwachs in den zwei Jahren vor Inkrafttreten des Präventionsgesetzes. Mit 139 Millionen Euro ist dagegen der Beitrag der Rentenversicherung minimal.

Die Präventionskonferenz wie auch sein über 300 Seiten starker Bericht sind ein Auftrag aus dem Präventionsgesetz: Er soll über den Gesundheitsstatus der Bevölkerung Auskunft geben, den Status praktizierter Prävention einschließlich der Kooperation darstellen und diese in einer Strategie fortschreiben.

Zur Kooperation verpflichtet

Die Aufgabe ist komplex, weil die verschiedenen Träger der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung sowie der privaten Krankenversicherung zur Kooperation verpflichtet sind und sich darüber hinaus mit Ländern und Kommunen in der Region vernetzen müssen.

Dazu mussten nach Inkrafttreten des Gesetzes zunächst die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden: mit der Nationalen Präventionskonferenz, die eine Nationale Präventionsstrategie erarbeitet und in Bundesrahmenempfehlungen und Landesrahmenvereinbarungen konkretisiert und daraus spezifische Präventionskonzepte ableitet.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mehr Schein als Sein

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
600 Menschen pro Tag sterben in Deutschland an Krebs. Der Vision Zero e.V. möchte dazu beitragen, dass vermeidbare, krebsbedingte Todesfälle verhindert werden.

© IRStone / stock.adobe.com

Porträt

Vision Zero: Vereint gegen Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen