Mehr Geld in die Forschung

NRW will Gesundheitswirtschaft fördern

Das bevölkerungsreichste Bundesland will forschungsintensive Branchen voranbringen. Die Innovationen müssen aber auch in der Versorgung ankommen, mahnt BÄK-Präsident Montgomery.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht: 21.03.2013, 08:02 Uhr

BONN. Wenn es um Belange der Gesundheitswirtschaft geht, will die nordrhein-westfälische Landesregierung die Arbeit von Wirtschafts-, Gesundheits- und Forschungsministerium künftig besser koordinieren. Das kündigte Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) an.

"Bei den Themen, die für die Gesundheitswirtschaft wichtig sind, werden die drei Häuser sehr viel enger als bisher zusammenarbeiten", sagte Duin bei der Eröffnung des "Gesundheitskongresses des Westens 2013" in Bonn.

Biotechnologie soll gefördert werden

Der Gesundheitssektor kann nach seiner Einschätzung eine wichtige Rolle dabei spielen, das Image des bevölkerungsstärksten Bundeslandes zum Positiven zu verändern. Deshalb habe er den Bereich gemeinsam mit der Informationstechnologie und der Kreativwirtschaft zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht.

Die Landesregierung werde forschungsintensive Branchen wie die Biotechnologie fördern, sagte Duin.

"Forschung und Entwicklung sind der Beginn einer Wertschöpfungskette und wir müssen sehen, dass wir die Kette möglichst geschlossen in unserem Land halten."

Nordrhein-Westfalen werde sich erneut für die steuerliche Förderung der Forschung stark machen, versprach er.

"Das ist nicht nur für ein paar Große im internationalen Wettbewerb wichtig, sondern auch ein Instrument, das kleinen und mittelständischen Unternehmen zugute kommt."

Die gezielte Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen und von Start-Ups nannte er als weiteren Fokus der Landesregierung, ebenso wie die internationale Ausrichtung der Gesundheitswirtschaft.

Forschungsergebnisse in die Praxis vermitteln

Die Schaffung guter Rahmenbedingungen in der Forschung in- und außerhalb der Universitäten gehört für den Präsidenten der Bundesärztekammer (BÄK), Professor Frank Ulrich Montgomery, zu den entscheidenden Faktoren für eine gute Strukturqualität im Land.

Bei der Vermittlung der Forschungsergebnisse in die tägliche Praxis sieht Montgomery zurzeit große Probleme. "Wenn Innovationen gut sind, müssen sie auch in der ambulanten Versorgung ankommen", forderte er.

Bei der Frage, welche Versorgungsqualität gewünscht wird, müsse stärker als bisher nach den verschiedenen Ebenen des Systems differenziert werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der DAK Gesundheit, Professor Herbert Rebscher.

"Wir brauchen für die Spitze andere Qualitätskriterien als für die Breite." Seiner Einschätzung nach muss die "niedrigschwellige" gute Qualität für die Versorgung vor Ort stärker in den Fokus genommen werden.

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