Neues Entgeltsystem: Zustimmung mit Vorbehalten

BERLIN (eb). Die Pläne der Bundesregierung für ein neues Entgeltsystem in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen stoßen auf Zustimmung und Widerspruch gleichermaßen.

Veröffentlicht:

Chancen für eine leistungsgerechtere Vergütung sahen Vertreter der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) bei einer öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

"Die Möglichkeiten sind da, deshalb begrüßen wir den Gesetzentwurf", sagte BPtK-Chef Professor Rainer Richter. Eine schlechtere Versorgung psychisch Kranker zu höheren Kosten als heute befürchtete dagegen der ehemalige ärztliche Leiter des Klinikums Bremen Ost, Professor Peter Kruckenberg.

Der Entwurf der Regierung berücksichtige nicht ausreichend, dass psychisch Kranke eine "sehr individuelle therapeutische Begleitung" benötigten, sagte Kruckenberg.

Beide Äußerungen bezogen sich auf den Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem sie anstelle der bisherigen krankenhausindividuellen Vergütungen für die voll- und teilstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen bundeseinheitliche Entgelte einführen will.

Übergangsphase bis 2022

Ziel ist "ein leistungsorientiertes und pauschalierendes Entgeltsystem" in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen.

Einführungs- und Übergangsphasen bis zum Jahr 2022 sollen den Krankenhäusern ausreichend Zeit für die Umstellung geben. Ab 2013 sollen sie das neue System bereits freiwillig einführen können.

Für die Deutsche Krankenhausgesellschaft signalisierte deren Hauptgeschäftsführer Georg Baum Zustimmung. Allerdings dürften die Kliniken nicht schlechter gestellt sein als heute.

Den gesetzlichen Krankenkassen gehe die Umstellung eigentlich nicht schnell genug, gab deren Vertreter Wulf-Dietrich Leber den Abgeordneten zu verstehen.

Mehr zum Thema

Expertise zur Reform der Notfallversorgung

Ersteinschätzung am Telefon als Zugang zur passenden Versorgungsebene

Kommentar zum Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz

Achtung, Vertragsärzte: Jetzt kommen die Profis!

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Jürgen Windeler im Interview

„Das Gesundes-Herz-Gesetz ist völlig gaga!“

Schon im ersten Trimester

Frühere Diagnostik des Gestationsdiabetes gefordert

Nächste Woche erste Lesung im Bundestag

Linkes Bündnis nennt Lauterbachs Klinikpläne Etikettenschwindel

Lesetipps
Hört die KI künftig in Praxis- und Klinikalltag mit? Beim Healthcare Hackathon in Berlin wurden gleich mehrere Szenarien getestet, bei denen eine Art Alexa etwa bei der pflegerischen Aufnahme unterstützt.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Healthcare Hackathon

Wie KI zur echten Praxis- und Klinikhilfe wird

Professor Ferdinand Gerlach

© Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

Interview

Gerlach: „Es gibt keinen allgemeinen Ärztemangel und keine generelle Überalterung“

Gemälde von Menschen auf einer tropischen Insel, die um eine übergroße Mango tanzen.

© Preyanuch / stock.adobe.com

Kinetose

Mango, Musik, Medikamente – was gegen Reisekrankheit hilft