Klinikqualität

„Nicht jeder muss alles machen“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Klinikversorgung stärker an der Qualität ausrichten – und öfter hören, was Patienten dazu meinen.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn findet: Patientenbefragungen müssten Bestandteil der Qualitätsmesesung für Krankenhäuser werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn findet: Patientenbefragungen müssten Bestandteil der Qualitätsmesesung für Krankenhäuser werden.

© Gregor Fischer/dpa

Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine stärker qualitäts- und patientenorientierte Krankenhausversorgung ausgesprochen.

Die Debatte darüber werde die Politik „nächstes Jahr etwas stärker führen“, sagte Spahn beim Tag der Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher am Freitag in Berlin. „Wir wollen eine gute Erreichbarkeit“, sagte Spahn. „Wir müssen aber auch schauen, wie wir die Dinge so zusammenführen, dass die Qualität vor allem bei komplexeren Eingriffen gut ist und nicht jeder alles macht.“

Patienten zur Qualität befragen

In Kliniken, in denen schwierige Eingriffe etwa an der Prostata häufig und routiniert erbracht würden, gäbe es ein deutlich geringeres Risiko für Inkontinenz oder Impotenz nach dem Eingriff. Es gebe aber auch Krankenhäuser in Deutschland, die zehn solcher Eingriffe machten – „im Jahr“, fügte Spahn hinzu. Für eine gute Qualität bei planbaren Eingriffen seien viele Menschen auch bereit, weitere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen.

Patienten müssten außerdem regelmäßig zur Qualität von Krankenhäusern befragt werden, sagte Spahn. „Nicht nur danach, ob das Essen gut war. Sondern danach, wie geht es ihnen nach der Behandlung.“

Solche Befragungen müssten in Deutschland Bestandteil der Qualitätsmessung für Krankenhäuser werden. Patientenfürsprecher in Kliniken leisteten täglich mit „großem Einsatz“ eine positive ehrenamtliche Aufgabe, unterstrich Spahn. Dafür gebühre ihnen ein „großes Dankeschön“.

Konkrete gesetzliche Regelung in Sachsen-Anhalt

Als unabhängige Ansprechpartner in den Kliniken stünden Patientenfürsprecher seit vielen Jahren zur Verfügung, „sie informieren und unterstützen Patienten bei der Wahrnehmung ihrer Rechte“, lobte auch die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Professor Claudia Schmidtke (CDU).

Inzwischen hätten neun Bundesländer in ihre Krankenhausgesetze Regelungen zur Arbeit der Patientenfürsprecher hineingeschrieben. Aktuell habe Sachsen-Anhalt eine sehr konkrete gesetzliche Regelung verabschiedet. Aufgrund der Zuständigkeit der Länder hätten sich jedoch teils sehr unterschiedliche Regelungen zu Aufgaben und Pflichten der Patientenfürsprecher herausgebildet.

Hans Jürgen Mahnkopf vom Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern sagte, die Patientenfürsprache müsse in Gesellschaft und Politik noch bekannter werden und mehr Wertschätzung erfahren. Patientenfürsprecher seien nicht selten so etwas wie „Ausputzer“ dafür, dass es in Kliniken immer weniger Zeit für Gespräche mit Patienten gebe. (hom)

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