Job und Pflege

Noch mangelt es an Angeboten der Betriebe

Die Arbeitgeberverbände sehen das geplante Pflegegesetz kritisch. Sie fürchten unnötige Belastungen für die Betriebe.

Veröffentlicht: 25.11.2014, 08:30 Uhr

FRANKFURT/MAIN.Jeder zweite Arbeitgeber in Deutschland hat sich zwar schon einmal mit der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für seine Angestellten befasst. Nicht einmal jeder Dritte macht den Beschäftigten aber auch konkrete Angebote, wie eine repräsentative Befragung des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag einer Initiative der Hertie-Stiftung (berufundfamilie) ergab. Und wenn solche "pflegegerechten Maßnahmen" angeboten werden, kommt dies bei den Mitarbeitern oft nicht richtig an.

"Viele Arbeitgeber übersehen weiterhin die personalpolitische Brisanz des Themas Pflege", lautet das Fazit der Studie, für die je 500 Arbeitgeber und Beschäftigte ab 35 Jahren befragt wurden. Allerdings gibt es auch Fortschritte: Bei der ersten Umfrage 2011 hatte sich erst gut jeder dritte Arbeitgeber (38 Prozent) mit dem Thema befasst.

Dennoch: Fast zwei Drittel der Arbeitgeber sehen laut aktueller Umfrage erst in einigen Jahren die Notwendigkeit zu handeln. "Mit dieser Haltung verpassen Arbeitgeber eine wichtige Chance, sich rechtzeitig für die Zukunft aufzustellen", so Stefan Becker, Geschäftsführer von berufundfamilie.

Zwei von drei Beschäftigten rechneten damit, dass sie künftig Angehörige pflegen werden. "Der personalpolitische Druck wird angesichts des steigenden Fachkräftemangels durch das Pflegethema also unweigerlich und rasant ansteigen."

Die Studie macht zudem eine Kluft zwischen dem Angebot der Arbeitgeber für pflegende Arbeitnehmer und deren Bedürfnissen aus. So bieten einige Chefs zwar flexible Arbeitszeitmodelle und -konten. Finanzielle Hilfen und bezahlte Freistellungen, die die Mitarbeiter wünschen, spielen aber kaum eine Rolle.

Die Möglichkeit, Arbeitszeit zu reduzieren und sich unbezahlt freistellen zu lassen, wird dagegen in größerem Umfang angeboten als von den Beschäftigten für sinnvoll erachtet. (dpa)

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