Vertreterversammlung

Nord-KVen gegen Vorfahrt für MVZ

KVen in Hamburg und Schleswig-Hostein haben Forderungen an die künftige Regierung formuliert.

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HAMBURG. Die KVen Hamburg und Schleswig-Holstein erwarten von der künftigen Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur Selbstverwaltung. In einer gemeinsamen Sitzung ihrer Vertreterversammlungen am vergangenen Samstag forderten sie ausreichend regionale Gestaltungsmöglichkeiten, ein Ende der Budgetierung, einen Umbau der Bedarfsplanung und weniger Bevorzugung von MVZ.

"Die Prinzipien der Freiberuflichkeit und der Selbstverwaltung schließen das Recht auf die eigenverantwortliche Organisation der eigenen Belange originär mit ein", sagte Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender der Hamburger Vertreterversammlung. Nach seiner Beobachtung beschneidet Politik Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten der Selbstverwaltung seit Jahren und verkennt damit deren Wert.

Dr. Christian Sellschopp, Vorsitzender der schleswig-holsteinischen Abgeordnetenversammlung, verwies auf den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Freiberuflichkeit. Deren tragende Säulen seien die Freiheit von ökonomischen Zwängen, das Vertrauen der Patienten in die ärztlich therapeutische Unabhängigkeit und die Übernahme von Verantwortung für jeden Hilfsbedürftigen und die gesamte Gesellschaft.

Dies ist nach seiner Ansicht in freiberuflich inhabergeführten Praxen besser zu verwirklichen als in renditeorientierten Klinikkonzernen. Er plädierte für die Weiterentwicklung von beleg-, honorar- und konsiliarärztlichen Versorgungsformen, statt "rendite-orientierte Strukturen in die ambulante Versorgung zu tolerieren", wie Sellschopp sagte.

Die Vertreterversammlungen der beiden KVen repräsentieren mehr als 10.000 Ärzte und Psychotherapeuten in den beiden Nord-Ländern. Seit einigen Jahren kommen die Vertreter regelmäßig zusammen und stimmen sich in standespolitischen Fragen ab. Am Samstag war parallel das neue Verwaltungsgebäude der KV Hamburg im Rahmen eines Festakts offiziell eröffnet worden. (di)

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