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Wer soll künftig pflegen?

Kanzleramtsminister stellt die Zukunft der häuslichen Pflege in Frage

Die Sollbruchstellen in der Pflegepolitik treten immer deutlicher hervor. Jetzt diskutiert auch das Bundeskanzleramt mit. Die Kernfrage lautet: Wieviel häusliche Pflege ist künftig noch leistbar?

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Berlin. Bundeskanzleramts-Chef Thorsten Frei geht davon aus, dass künftig mehr Pflegebedürftige in Heimen versorgt werden. Aktuell würden rund 86 Prozent der knapp fünf Millionen Pflegebedürftigen zuhause versorgt, rechnete Frei vor. Dieser hohe Anteil sei nicht zu halten, sagte Frei, der auch Minister für besondere Aufgaben ist, am Montag. Mehr Menschen würden künftig in Heimen gepflegt werden müssen.

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Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) bestätigte diese Diagnose. Diese decke sich mit den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage des AGVP. Demnach seien weniger als die Hälfte der Angehörigen zur häuslichen Pflege bereit und in der Lage. Der Verband fordere daher eine „konsequente Politik für mehr Pflegeplätze“. Dazu zählten eine kompetenzorientierte Flexibilisierung des Personaleinsatzes, Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

„Auch Pflegepolitik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit“, sagte AGVP-Präsident Thomas Greiner am Montag in Berlin. Der Bundesregierung sei dies mit Freis Äußerungen gelungen. Die Koalition müsse nun handeln und mehr Pflegeplätze ermöglichen. Anderenfalls würden „Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“ in die häusliche Pflege gedrängt. (af)

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