Berufspolitik

Nordrhein: Mehr Geld für Hausarztvertrag

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DÜSSELDORF (iss). Mit einer Aufstockung ihres Add-on-Vertrags wollen die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) und die AOK Rheinland/Hamburg bei den Hausärzten punkten.

Die attraktivere Vergütung soll die Ärzte motivieren, nicht dem Konkurrenz-Vertrag des Hausärzteverbands beizutreten.

Für ihn liegt seit Ende 2011 ein Schiedsspruch vor, der für ganz Nordrhein-Westfalen und mehr als 60 Krankenkassen gilt. Die dort für die Hausärzte vorgesehene Vergütung steht unter dem Refinanzierungsvorbehalt.

Am Vertrag der KVNo, an dem sich auch die Landwirtschaftliche Krankenkasse beteiligt, nehmen 3800 Hausärzte teil. Sie kamen im ersten Quartal 2012 auf einen Fallwert je Patient von 63,17 Euro, berichtete Vorstand Bernhard Brautmeier in der KVNo-Vertreterversammlung in Düsseldorf.

"Willkommen auf dem Trittbrett"

Der durchschnittliche Fallwert aller Hausärzte lag im zweiten Quartal 2011 bei 54,10 Euro. "Wir glauben, dass das in etwa dem entspricht, was im geschiedsten Vertrag erreicht wird."

Ab 1. April sieht der Add-on Vertrag zudem noch weitere Vergütungsbestandteile vor. Sie sollen ein Honorarplus von zwei Millionen Euro bringen.

Für den Dringlichkeitsbesuch im Pflegeheim gibt es einen Zuschlag von 35 Euro, für Hausbesuche je nach Entfernung plus 15 Euro oder 17,50 Euro.

Außerdem erhalten die Hausärzte für den fundierten Arzneimittel-Check 80 Euro und bei Hinzuziehen eines Facharztes 160 Euro.

Der nordrheinische Hausärzteverband werde sich die Vereinbarung genau ansehen, kündigte der Vorsitzende Dr. Dirk Mecking an.

"Willkommen auf dem Trittbett", sagte er zu Brautmeier. "Ohne unsere Hausarztverträge wäre ein solcher Vertrag nicht möglich gewesen."

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