Nur geringe Akzeptanz für Darmkrebs-Früherkennung

Seit acht Jahren gibt es die Darmkrebs-Früherkennung. Aber nur jeder Vierte hat sie bislang genutzt.

Veröffentlicht:

KÖLN (iss). In Deutschland werden Personen mit familiärem Darmkrebsrisiko als Bürger zweiter Klasse behandelt, kritisiert Dr. Christa Maar, Vorsitzende der Felix Burda Stiftung. "Es gibt keinerlei risikoangepasste Vorsorgeangebote für sie", sagte sie auf der MCC-Fachkonferenz "Onkologie 2011" in Köln.

Maar bezeichnete es als Skandal, dass Ärzte solche Menschen als krank einstufen müssten, um ihnen die Inanspruchnahme einer Vorsorgekoloskopie vor dem 55. Lebensjahr zu ermöglichen. Diese Gruppe müsse in die Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen aufgenommen werden, forderte sie.

Die Information der Angehörigen muss nach ihrer Einschätzung Bestandteil der Routineversorgung werden. "Jeder Patient, der in der Klinik operiert wird oder in der gastroenterologischen Praxis einen Befund erhält, sollte wissen, dass seine Angehörigen ein erhöhtes Risiko haben." Das Netzwerk gegen Darmkrebs hat einen entsprechenden Informationsbrief entwickelt.

Die Informationskampagnen zum Thema Darmkrebs hätten bereits viele positive Ergebnisse gehabt, berichtete sie. "Aber in acht Jahren haben nicht mehr als 20 bis 30 Prozent der Anspruchsberechtigten eine Vorsorgekoloskopie gemacht." Das sei deutlich weniger als beim Brustkrebs mit 50 Prozent und dem Cervixkarzinom mit 80 Prozent.

Nach Ansicht Maars leidet das deutsche Screening-Programm unter einer Vielzahl von Mängeln. So fehle bei der Qualitätssicherung der Vorsorgekoloskopie die Erfassung der Vier-Wochen-Komplikationsrate.

Zudem werde die Durchführung des immunologischen Stuhlbluttests nicht dokumentiert und evaluiert. "Es wird nicht nachgesehen, ob die Patienten mit positivem Testergebnis auch zur Koloskopie gegangen sind."

Maar hält eine bessere Qualität der Beratungsgespräche für notwendig, um mehr Menschen zur Früherkennung zur bewegen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?