Berufspolitik

Oberschenkelhalsbruch: Op sollte sich maximal zwei Tage verzögern

In vielen Krankenhäusern können Patienten mit Oberschenkelhalsbruch am Wochenende nicht operiert werden, weil kein medizinisches Fachpersonal zur Verfügung steht. Das führt zu einer signifikanten Steigerung der Komplikationsrate.

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Röntgenbild Oberschenkelhalsbruch links aufgrund einer Osteoporose.

Röntgenbild Oberschenkelhalsbruch links aufgrund einer Osteoporose.

© K. Krüger, B. Manger, Merckle Rheumatol. visuell, 3. Aufl.

BERLIN (ugr). Der Schenkelhalsbruch ist bei über 65-jährigen der häufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung (Inzidenz 110 bis 130 pro 100.000). Ein wesentlicher Einflussfaktor für das Behandlungsergebnis ist der Operationszeitpunkt. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sieht in ihrer Leitlinie eine operative Versorgung innerhalb von 24 Stunden vor.

Werden Patienten nach ihrer Krankenhausaufnahme erst verzögert operiert, gibt es vermehrt Komplikationen im Operationsgebiet sowie eine Zunahme von Pneumonien, Thrombosen und Dekubiti. Die kritische Grenze, so Professor Rüdiger Smektala aus Bochum beim Orthopädiekongress in Berlin, liegt bei 48 Stunden.

Die Vorgabe im Rahmen der Externen Qualitätssicherung, der alle Akutkrankenhäuser des Landes un-terworfen sind, sieht vor, dass nicht mehr als 15 Prozent der Patienten länger als zwei Tage auf einen Ein-griff warten dürfen. "Eine Reihe von Krankenhäusern halten diese präoperativen Verweildauern jedoch nicht ein", bemängelte Smektala nach Auswertung einer von der DGU beauftragten Studie. Bundesweit sind im vergangenen Jahr 10,7 Prozent der Patienten später als es die Leitlinien vorsehen operiert worden.

Insbesondere in den Flächenländern lasse die Versorgung zu wünschen übrig, so Smektala; in Mecklenburg-Vorpommern etwa sei das schlechteste Ergebnis bundesweit zu verzeichnen gewesen. In den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin wurden dagegen die besten Ergebnisse erzielt. "Auf Nachfrage haben wir dann erfahren, dass in den Häusern am Wochenende kein entsprechendes Fachpersonal vorgehalten wird. Patienten, die Freitagnachmittag aufgenommen werden, können dann erst am Montag operiert werden."

Die betreffenden Krankenhäuser werden im Rahmen des Qualitätssi-cherungsverfahrens von den zustän-digen Geschäftsstellen bei den Lan-desärztekammern als qualitativ auf-fällig eingestuft. Um eine zeitnahe Versorgung zu gewährleisten, müssten diese Häuser entweder mehr Personal einstellen oder regionale Kooperationen mit benachbarten Krankenhäusern eingehen, um am Wochenende Fachkräfte gemeinsam zu nutzen, schlägt die DGU vor.

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